Sonntagsführung im Pommerschen Landesmuseum in Greifswald

Pommersches Landesmuseum
Pommersches Landesmuseum

Knallrot, Blitzblau, Donnergrün, gedruckt und zu haben bei Gustav Kühn – am 25. Dezember gibt es im Rahmen der Sonderausstellung Hereinspaziert um 11:00 Uhr eine Sonntagsführung im Pommerschen Landesmuseum in Greifswald. Das Thema dieser sonntaglichen Führung durch die Ausstellungsräume des Museums sind die Bastelbögen, welche jahrhundertelang ein beliebtes und relativ kostengünstiges Spielzeug für die Kinder der damaligen Zeit waren. Knallrot, Blitzblau, Donnergrün, gedruckt und zu haben bei Gustav Kühn ist einer der ersten Werbeslogans der Welt, das Markenzeichen der Firma von Gustv Kühn aus dem brandenburgischen Städtchen Neuruppin, welches er auf jedes seiner Blätter drucken lies. Die fast unglaubliche Anzahl von Zehntausenddreihundertsiebenunddreißig verschiedenen Bilderbögen produzierte die Neuruppiner, teilweise mit Auflagen die in die Millionen gingen.

Dieser große Erfolg und die sehr gute Qualität der Produkte brachte ihnen nicht nur einen hohen Bekanntheitsgrad in Norddeutschland und anderen Teilen Europas ein, sondern prägte auch die Wahrnehmung der Kunden mit ihren Produkten. Was heutzutage Google für die Suche im Internet ist, war seinerzeit der Verlag Gustav Kühn für die Bilderbögen. Die detailierten Bilderbögen setzte man in früheren Jahrhunderten aufgrund fehlender Lehrmittel sogar in den Schulen für den Unterricht ein. Die Bilderbögen hatten viele verschiedene Nutzungszwecke. Zum Einen gab es pädagogische Bilderbögen, auf denen einige Informationen über Tiere und Planzen, Städte und Länder oder Abbildungen des Zeigeschehen zu sehen waren, weshalb man sie als preisgünstiges Lehrmittel für die bildungsferneren Schichten der Städte und der armen Landbevölkerung in den Provinzen nutzen konnte.

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Zum Anderen gab es sie als Bastelbögen, aus denen man sich einfache papiererne Spielzeuge selber basteln konnte. Man konnte sich mit wenig Auffwand Papiertheater oder Weihnachtskrippen aus den Bögen fertigen. Selbst als eine Art Ersatz für ansonsten unerschwingliche Kunstwerke wurden die Bilderbögen genutzt, indem man schöne und interessante Motive nahm, um damit die Wände der ansonsten schlichten Wohnungen zu schmücken. Wer am ersten Feiertag noch nichts vorhat und für historische Spielzeuge interessieren sollte, kann sich bei dieser Museumsführung einen tieferen Einblick in die Welt der Bilderbögen der letzten Jahrhunderte machen.