Theater Vorpommern – Der Menschenfeind

Theater Greifswald
Theater Greifswald

Schaut man sich den aktuellen Internetauftritt vom Theater der Altmark in Stendal an, kann man sehen, dass der neue Intendant Alexander Netschajew mit dem gelben Etwas aufgeräumt hat, welches man dort vor ein paar Tagen noch vorfinden konnte. Wem inzwischen einer der neuen Programmflyer des Theater Vorpommern in die Hände gefallen sein sollte, wird zweifelsfrei bemerken können, dass diese Farbe den Weg an die Ostsee gefunden hat. Die neue Art der Umsetzung der Flyer lässt darauf zweifelsfrei darauf schließen, dass Dirk Löschner, der neue Intendant des Theater Vorpommern, denselben künstlerischen Weg weitergehen wird, welchen er während seiner doch recht kurzen Zeit am Stendaler Theater schon im Auge hatte. Wie dieser genau aussehen wird, können die Besucher des Theater Vorpommern spätestens am 30. August selbst erfahren. Dann steht nämlich die Premiere von Der Menschenfeind im Theater Greifswald auf dem Spielplan. Dieses Stück wird nicht die erste Premiere in der Spielzeit 2012/13 sein, denn diese findet schon am 3. August statt. An diesem Tag kann man übrigens im Rubenowsaal das Kriminalstück Die Falle von Robert Thomas sehen.

Welche künstlerischen Qualitäten die neuen Schauspielerinnen und Schauspieler vorzuweisen haben, welche unser neuer Intendant mit aus dem Theater der Altmark nach Vorpommern brachte, kann man spätestens bei einem Besuch der Premiere von Der Menschenfeind erfahren. Neben den neuen Ensemblemitgliedern Alexander Frank Zieglarski, Claudia Lüftenegger, Dennis Junge, Frederike Duggen, Florian Kleine und Susanne Kreckel ist auch der für diese Inszenierung verantwortliche Regisseur Andreas Janes in den Norden gekommen. Neben den neuen Gesichtern kann man auch zwei bekanntere Schauspieler auf der Bühne sehen. Zum einen wäre das Lutz Hesse, der unter anderem schon in Ladies Night und in Das Fest zu sehen war, zum anderen Ronny Winter, den zumindest die Leute, welche der letztjährige Sommer nicht zu feucht war, in der Rolle des Polizisten bei der Inszenierung von In Sachen Adam und Eva auf der Bühne im Greifswalder Museumshafen erleben konnten.

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Die Inszenierung, welche am 16. Oktober 2011 im Stendaler Theater seine Premiere feierte, weist einige dramaturgische Änderungen auf, mit welchen Sascha Löschner das von Hans Magnus Enzensberger in die heutige Zeit verschobene Stück noch etwas aktueller machte, indem er die Handlung des Stückes von Bonn nach Berlin verlagerte. Als Enzensberger 1979 das über dreihundert Jahre alte Original von Molière ins Deutsche übersetzte, siedelte er die Geschichte in der damaligen Bundesstadt Bonn an. Während die Hauptfigur des Alceste bei Molière noch ein Adeliger ist, der sich mit seiner Wahrheitsliebe gegenüber den Heucheleien am königlichen Hof absetzen will, ist er in der moderneren Fassung ein bekannter Dichter, welcher seine persönliche Meinung nicht bei sich behalten möchte. Der in Der Menschenfeind vorkommende Humor beruht auf dem Überschreiten von Höflichkeitskonventionen, welches für die jeweiligen Figuren zwar recht verletzend, für das Publikum doch sehr unterhaltsam ist.

Denjenigen Leuten, welche in diesem Jahr schon bei der Inszenierungen der TanZZeit waren, dürfte die Hinterbühne als wiederentdeckte Spielstätte nicht mehr unbekannt sein. Aus der damaligen Ankündigung, diesen Teil der Bühne wieder öfters aktiv für Aufführungen zu nutzen, wurde Realität, denn Der Menschenfeind wird hier in unmittelbarer Nähe zum Publikum gespielt werden. Übrigens werden auch die Besucher in Stralsund mit der Hinterbühne ihres Theaters in Berührung kommen. Die erste Aufführung von Der Menschenfeind wird am 5. Oktober sein, also gut fünf Wochen später als in Greifswald. Die Theaterfreunde in Putbus dürfen noch etwas länger warten, denn dank der Gastspiele, unter anderem spielt das Theater Stendal Gut gegen den Nordwind, und der beliebten Rügener Kabarett-Regatta, wird man hier erst am 2. November die Premiere des Theaterstücks zu sehen bekommen.

Termin
30. August 2012
19:30 Uhr Hinterbühne