Deutsches Meeresmuseum Stralsund – Ernest Shackleton – Die Antarktisexpedition (1914 – 1916)

Deutsches Meeresmuseum Stralsund
Deutsches Meeresmuseum Stralsund

Am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte man noch die Möglichkeit unbekannte Landstriche der Erde zu entdecken, man musste dafür sehr viel aufs Spiel setzten, manchmal auch das eigene Leben. Im Gegensatz zu seinem Rivalen Robert Falcon Scott, der 1912 bei seiner Terra-Nova-Expedition auf dem Ross-Schelfeis in der Antarktis ums Leben kam, starb Ernest Shackleton nicht auf dem eisigen Kontinent, den er in seinem Leben mehrfach erkunden sollte, sondern in Südgeorgien, von wo er auf dem Weg zu seiner Quest-Expedition war, an einem Herzinfarkt. Seine bekannteste Expedition durch die Antarktis war aber die sogenannte Endurance-Expedition, bei der er die Antarktis transkontinental durchqueren wollte. Für die Entdeckung des Südpols war es schon zu spät, den erreichte Roald Amundsen schon im Jahre 1911, so blieb für ihn, der eine noch größere Herausforderung suchte, nur noch diese Expedition, welche deutlich anstrengender und gefährlicher ausfallen würde, als einmal zum Südpol und zurück. Letztendlich sollte er mit seiner Endurance-Expedition aber scheitern, aber anders als er es sich anfangs hätte vorstellen können.

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Für diese Antarktisexpedition teilte er seine Mannschaft in zwei Gruppen. Diejenige welche er anführen würde, sollte von der Weddell-See aus die Antarktis durchqueren, die andere vom Rossmeer aus Nahrungsdepots anlegen. Die Expedition hätte an sich auch funktionieren können, wie die beiden Abenteurer Arved Fuchs und Reinhold Messner bei ihrem Versuch die geplante Expedition zu unternehmen beweisen konnten, allein die Kräfte der Naturgewalten sollte Ernest Shackleton und seinen abenteuerlustigen Männern im Wege stehen. Dank der Erfindung der Fotografie konnte der damalige Expeditionsfotograf Frank Hurley ihr Scheitern auf seinen Bildern festhalten, die nun den Grundstock der Sonderausstellung bilden werden. Ergänzt werden diese durch die Bilder von Arved Fuchs, der nicht nur die Antarktis durchquerte, sondern auch die Fahrt von Elephant Island nach Südgeorgien in einer detailgetreuen Kopie der James Caird, dem damaligen Rettungsboot Shackletons mit dem er und ein paar wagemutige Begleiter die Hilfe für seine in der Antarktis festsitzende Mannschaft holen konnten.

Im Gegensatz zu Arvid Fuchs konnte Ernest Shackleton noch nicht auf die modernen Kommunikationsmittel zurückgreifen, welche den heutigen Abenteurern zu Verfügung stehen. Als am 21. November 1915 die Endurance durch die zerdrückende Kraft der Eismassen im Meer versank, hatten die Expeditionsteilnehmer ein Problem, welches man wirklich nicht als klein bezeichnen konnte. Allein in den eisigen Weiten der Arktis, das Proviant für ein paar Monate und keine Hoffnung auf Hilfe. So blieb ihnen nur die Möglichkeit auf einer Eisscholle zu überwintern und zu hoffen, dass sie mit dieser dank des Eisdriftes in die Nähe der Pauletinsel gelangen würden. Der Strategie funktionierte nicht so wie geplant, denn durch das Auseinanderbrechens der Eisscholle, mussten sie mit ihren Rettungsbooten auf das stürmische Meer hinaus und landeten schließlich an der Küste von Elephant Island. Von hier aus startete die James Caird mit Ernest Shackleton und fünf weiteren Männern an Bord, um die Küste Südgeorgiens zu erreichen, von wo aus die übrigen Expeditionsteilnehmer dann gerettet werden konnten. Während die Besatzung der Endurance vollständig überlebt hatte, sollte die Besatzung der Aurora, die vom Rossmeer aus startete, mehrere Tote zu beklagen haben.

Dank der erhalten gebliebenen Fotografien von Frank Hurley kann man sich auch heutzutage ein Bild der dramatischen Ereignisse machen, welche die Expeditionsmitglieder bei ihrer gescheiterten Mission erlebt haben. Zu diesen gesellen sich die Erfahrungswerte die Arved Fuchs auf den Touren sammelte, die diese Expedition nachstellte. Mit der Sonderausstellung Ernest Shackleton – Die Antarktisexpedition (1914 – 1916) blickt das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund auf eine spannende Episode aus dem sogenannten goldenen Zeitalter der Antarktis-Forschung zurück, einer Zeit in der man, wie man an der Endurance-Expedition sehen kann, noch wirkliche Abenteuer erleben konnte. Mit der Sonderausstellung “Wir sind zurück” – Rückkehr der Kegelrobben an die deutsche Ostseeküste, gibt es zudem eine zweite interessante Präsentation, welche auch bis zum 31. Mai in den Räumlichkeiten des Museums zu sehen sein wird.

Termin
25. Januar bis 31. Mai 2013
täglich 10:00 – 17:00 Uhr
Deutsches Meeresmuseum



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