Theater Vorpommern – TanZZeiT 2013

Theater Greifswald
Theater Greifswald

Zumindest einer der Choreographen der diesjährigen TanZZeiT sollte dem vorpommerschen Publikum bekannt sein, denn schon bei den letzten Tanztendenzen konnte man einen Einblick in die Arbeit des israelischen Choreographen Yaron Shamir bekommen. Mit Frozen und Red Eye Flight stand er gleich an zwei Tagen auf der Bühne, wobei Stehen in diesem Fall der falsche Ausdruck wäre. Nachdem im letzten Jahr Vera Ondrasikova und Peter Svenzon eine Choreographie für das BallettVorpommern erarbeiteten, gehört er zu den Glücklichen, welche dieses für die aktuelle TanZZeiT übernehmen können. Urban Wolf lautet der Titel der von Yaron Shamir erdachten Choreographie, in der er die Beziehung der Menschen zu denen von ihnen bewohnten Städten beleuchtet. Für ihn prägt die Umwelt ihre Bewohner, indem sie ihnen Grenzen und Richtungen vorgibt, ihnen Hindernisse in den Weg legt, dadurch auf sie fremd wirken.

Das Gefühl der Fremdheit ist das Gefühl, welches Yaron Shamir mit Urban Wolf ausdrücken will. Hierbei will er aber keine Idealisierung einer Flucht aus der kühl wirkenden Umgebung, vielmehr die Verbindung der Menschen mit ihrer Umwelt, in der sie sich tagein tagaus bewegen und deren Schnelligkeit sie angenommen haben. Laut Yaron Shamir soll es in Urban Wolf aber nicht die Frage gehen, wer von den sieben Tänzerinnen und Tänzer in die Rollen von Jägern oder Gejagten schlüfen, sondern allein um eine Souveränität in der Situation. Seine urbanen Wölfe sollen übrigens Alma Bellaagh Johansson, Ayako Nomura, Kirill Kornilov, Leander Veizi, Marina Schmied, Pierpaolo Ciacciulli und Stefano Fossat verkörpern.

Den Moment der Empfindsamkeit wollen Katarzyna Gdaniec und Marco Cantalupo mit ihrer Choreographie Imperceptible traces of normality ergründen. In einer Welt in der die Oberflächlichkeit der übliche Blickwinkel ist, sind authentische Gesten Bewegungen, welche die Wahrheit körperlich ausdrücken können. Die Frage, ob diese Bewegungen überhaupt noch Gefühle in den Menschen auslösen können, werden die Ensemblemitglieder Armen Khachatryan, Barbara Buck, Margaret Howard, Nathan Cornwell und Yoko Osaki in dieser Choreographie zu beantworten versuchen. Katarzyna Gdaniec und Marco Cantalupo sind dem vorpommerschen Publikum vieleich noch etwas unbekannt, mit der von ihnen gegründeten Compagnie Linga haben sie in den letzten Jahren über vierzig Produktionen, die sich hauptsächlich mit sozialen und politischen Themen beschäftigen, nicht nur auf die Bühne des Theater L’Octogone in Pully gebracht. erst im letzten Jahr erhielten sie eine Auszeichnung mit dem renommierten Grand Prix de la Fondation Vaudoise pour la Culture.

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Einen ersten Einblick in Imperceptible traces of normality und Urban Wolf kann man bei einer öffentlichen Probe bekommen, die am 5. April im Greifswalder Theater beziehungsweise am 12. April im Stralsunder Theater jeweils um 19:00 Uhr sein werden. Bei dieser Gelegenheit kann man die drei Gäste des Theater Vorpommern dabei erleben, wie sie zusammen mit den Ensemblemitgliedern des BallettVorpommern den beiden Choreographien den letzten Schliff verpassen. Zudem erhält man dabei einen besseren Einblick in die Gedankenwelt der Choreographen, die ihre Gedanken mit Bewegungen darstellen, schließlich unterscheidet sich der zeitgenössische Tanz vom klassischen Ballett nur allzu stark, wie man im Vergleich zu den aktuellen Stücken des BallettVorpommern Die Schöne und das Biest beziehungsweise 111 m² Tanz gut sehen kann.

Termine

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13. April 2013
Hinterbühne Greifswald
20. April 2013
Hinterbühne Greifswald
26. April 2013
Hinterbühne Stralsund
27. April 2013
Hinterbühne Greifswald
jeweils 19:30 Uhr