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Nordischer Klang 2013 – Anna María Björnsdottír

Anna María Björnsdottír
Anna María Björnsdottír

Was haben Eggert Ólafsson, Jón Thoroddsen, Matthías Jochumsson, Sigurjón Friðjónsson, Tómas Guðmundsson und Sölvi Björn Sigurðsson gemeinsam? Sie sind Isländer, sie sind Dichter und sie haben Gedichte geschrieben, welche die isländische Sängerin Anna María Björnsdottír auf ihrem im November letzten Jahres erschienenen Debütalbum Saknað fornaldar vertont hat. Island, eine dünn besiedelte Insel mit rauem Klima, eine Insel, welche seit jeher ihre Bewohner auch kulturell geprägt hat. Eine gewisse Melancholie spürt bei fast allen Künstlerinnen und Künstlern, die das kleine skandinavische Land hervorgebracht hat. Wenn man sich die isländische Musik betrachtet, fällt die gewisse Melancholie auf, welche viele der dort entstandenen Lieder prägt, eine Melancholie, die sich auch in den Gedichten widerspiegelt, welche Anna María Björnsdottír eine klangliche Fassung gegeben hat.

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Angefangen mit Matthías Jochumsson, der mit Lofsöngur die Nationalhymne Islands verfasst hat, über Jón Thoroddsen, der mit seinem Roman Piltur og stúlka die moderne Literatur in Island begründete, bis hin zum zeitgenössischen Dichter Sölvi Björn Sigurðsson, die gewisse Einsamkeit des Landes, welches dieses ausstrahlt, findet sich auch in den Texten wieder, welche Anna María Björnsdottír dazu animierten, sich ausführlicher mit ihnen zu beschäftigen. Fernab von ihrer isländischen Heimat sollte sie während eines Studiums am Rytmisk Musikkonservatorium in Kopenhagen ihr Interesse an ihren isländischen Wurzeln wecken und dabei beginnen, zu den Gedichten mehrerer isländischer Dichter, welche sie für sich entdeckt hatte, Musik zu schreiben, welche die Stimmungen ausdrücken, welche die Gedichte beinhalteten. Im Gegensatz zu der vor einigen Jahren beim Nordischen Klang aufgetretenen norwegischen Sängerin Kari Bremnes, welche einige Texte von Edvard Munch vertonte, dürfte sich das textliche Verständnis bei Anna María Björnsdottír dann doch etwas schwieriger gestalten.

Während man mit gutem Willen und ohne wirklich vorhandene Fremdsprachenkenntnisse dem norwegischen Gesang folgen konnte, ist die isländische Sprache das völlige Gegenteil davon. So bleibt für den Großteil des Publikums wohl einzig die Möglichkeit, den von Musikkritikern gerne als Elfengesang bezeichneten Klängen zu lauschen und sich von der melancholischen Stimmung fesseln zu lassen. Den Titel des Albums Saknað fornaldar könnte man frei übersetzt etwa mit Sehnsucht nach der alten Zeit übersetzen, ein Titel der die Musik recht gut beschreibt, den man auf diesem Album findet. Zusammen mit ihrer fünfköpfigen Band, die aus dem Gitarristen Hilmar Jensson, dem Drummer Óskar Kjartansson, der Cellistin Josefine Opsahl, dem Keyborder Tómas Jónsson, sowie dem Bassisten Valdimar Olgeirsson besteht, spielt sie eine zauberhafte Fusion aus Nordic Folk und Jazz, einer Musik, so traumhaft schön, dass man sich ruhig verzaubern lassen sollte. Eine erste Kostprobe ihrer Musik bekommt man übrigens bei der feierlichen Eröffnung des diesjährigen Nordischen Klang, in deren Programm sie und ihre Band einige Stücke spielen wird.

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Termin

03. Mai 2013
20:00 Uhr Theater Greifswald

Anna María Björnsdottír

Anna María Björnsdottír