Theater Vorpommern – Konzertsaison 2013/14

Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 2 c-Moll mit dem Theater Vorpommern und der Opera na Zamku im Dom von Greifswald
Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 2 c-Moll mit dem Theater Vorpommern und der Opera na Zamku im Dom von Greifswald

Während in der letzten Spielzeit die Ostsee das Bindeglied zwischen den ausgewählten Werken bildete, kann man in der neuen Spielzeit den sprichwörtlichen roten Faden suchen, der durch die aktuelle Konzertsaison führt. Wer den interessanten Ausführungen von Generalmusikdirektor Golo Berg bei der Vorstellung des Musikprogramms gefolgt haben sollte, weiß dass es einen solchen roten Faden gibt, welcher aber nur die Werke eines Konzertabends verbindet. Interessanter als die Verbindung sind aber die Geschichten dahinter, die jedem der Konzerte ein Profil geben. Den Anfang macht das Eröffnungskonzert, welches der Kooperation vom Theater Vorpommern mit der Opera na Zamku ein sichtbares Profil gibt. Aufgrund der Anzahl an mitwirkenden Ensemblemitgliedern, der Dirigent hat schließlich mehr als zweihundert Leute unter einen Hut zu bringen, ist Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 2 c-Moll nicht nur eine Herausforderung, sondern auch etwas Besonderes, denn das Werk gehört nicht gerade zu den von kleineren Theatern realisierbaren Aufführungen. Mit Rita Kapfhammer, welche wie Anette Gerhardt eine der Solistenrollen übernimmt, kommt eine der seiner Meinung nach besten Opernsängerin Deutschlands an die Ostsee.

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Auch bei den anderen Konzerten wird es wieder hochrangige Gäste geben. Den Anfang macht die armenische Pianistin Lilit Grigoryan, die unter anderem ihr Handwerk bei Prof. Matthias Kirschnereit an der Hochschule für Musik und Theater Rostock erlernte. Im letzten Jahr erhielt sie in Rostock den HMT Musikpreis, durch welchen Golo Berg auf sie und ihr Talent aufmerksam wurde. Dieses kann sie beim Klavierkonzert Nr. 2 in g-Moll op. 22 von Camille Saint-Saëns beweisen, schließlich gehört dieses Stück zu den anspruchsvolleren Klavierkompositionen. Ein weiteres Nachwuchstalent ist der Oboist Thomas Hecker, der Wolfgang Amadeus Mozarts Konzert für Oboe und Orchester C-Dur KV 314 spielen wird. Für die musikalische Leitung des Abends wird der Chefdirigent der Brandenburger Symphoniker Michael Helmrath zuständig sein, der seine künstlerische Karriere einst als Oboist begonnen hat.

Am besten dürfte der rote Faden beim schottischen Abend erkennbar sein. Die Komponisten Peter Maxwell, Davies Max Bruch und Felix Mendelssohn Bartholdy gingen mit unterschiedlichen Voraussetzungen an ihre Kompositionen, Heimatliebe, Reiseerlebnisse und Fantasien, drei unterschiedliche Werke, von denen Peter Maxwell Davies An Orkney Wedding die wohl schottischste Fassung zu bieten hat, schließlich können die anderen beiden Komponisten nicht mit einem Dudelsack auftrumpfen. Den für philharmonische Konzerte vieleicht etwas exotisch wirkenden Part mit dem Dudelsack und Schottenrock wird der bekannte Dudelsackspieler Jürgen Rech übernehmen. Auch bei diesem Konzert wird es zwei Gäste geben, für die Schottische Fantasie für Violine und Orchester op. 46 von Max Bruch wurde die schweizerische Violinistin Mirjam Tschopp engagiert. Als einen Geheimtipp bezeichnete Golo Berg den ukrainischen Komponisten Nikolai Kapustin dessen Werk ihm die bekannte Violoncellistin Christine Rauh nahegebracht hat, die nun den Solopart im Konzert für Violoncello und Streicher Nr. 2 op. 103 übernehmen wird.

Beim fünften Konzert gibt es mit Linus Roth nicht nur einen der talentiertesten Violinisten Deutschlands zu hören, der den Solopart im Konzert für Violine und Orchester D-Dur op.61 von Ludwig van Beethoven übernehmen wird, sondern auch die Uraufführung von Hiob, einem Werk welches Professor Peter Manfred Wolf im Auftrag des Theater Vorpommern komponieren wird. Fertig ist es derzeitig noch nicht, man darf also gespannt sein, wie der Beitrag zeitgenössischer Musik zwischen die beiden großen Komponisten passt. Einen der wenigen Konzertpianisten der einstigen DDR, die nach der Wende keinen Karriereknick bekommen haben, ist Peter Rösel. Er ist inzwischen zwar schon achtundsechzig Jahre, was ihm aber nicht abhält, der Bitte zu folgen und den Solopart im Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 b-Moll op 23 von Pjotr Tschaikowskij zu übernehmen. Für das sechste Konzert ist Markus Huber vom Theater Pforzheim als Gastdirigent angekündigt.

Der Abschluss der Konzertsaison fällt zum einen recht spanisch, zum anderen recht jazzig aus. Für den ersten Teil stehen die Werke El sombrero de tres picos und El amor brujo des spanischen Komponisten Manuel de Falla, für den zweiten Teil Erwin Schulhoff, in dessen Kompositionen jazztypische Elemente eingeflossen sind. Am Saxophon wird mit Detlef Bensmann ein bekannter Konzert-Saxophon-Solist zu hören sein. Neben Eröffnungskonzert und sieben philharmonischen Konzerten sind für diese Spielzeit weitere Sonderkonzerte angekündigt. Neben weiteren Ausgaben von Philharmonic + gibt es mehrere Kammerkonzerte an ungewöhnlichen Orten sowie ein Neujahrskonzert, das mit Stücken wie Pomp and circumstances und Rule Britannia very britisch klingen wird. Auch mit dem bekannten Posaunisten Nils Landgren ist ein Wiedersehen geplant, für den Nordischen Klang 2014 wird er das Eröffnungskonzert bestreiten.

Programm

Eröffnungskonzert
Gustav Mahler – Sinfonie Nr. 2 c-Moll Auferstehungssinfonie
Golo Berg – Anette Gerhardt (Sopran), Rita Kapfhammer (Alt)
Greifswald – 13. September 2013 – Dom St. Nikolai
Stettin – 14. September 2013 – Opera na zamku
Stralsund – 15. September 2013 – St. Marien

1. Philharmonisches Konzert
Maurice Ravel – La Valse
Camille Saint-Saëns – Klavierkonzert Nr. 2 in g-Moll op. 22
Hector Berlioz – Symphonie fantastique
Golo Berg – Lilit Grigoryan (Klavier)
Greifswald – 22. Oktober 2013
Stralsund – 23. und 24. Oktober 2013

2. Philharmonisches Konzert
Boris Blacher – Concertante Musik op. 10
Wolfgang Amadeus Mozart – Konzert für Oboe und Orchester C-Dur KV 314
Ludwig van Beethoven – Sinfonie Nr. 6 F-Dur op. 68 – Pastorale
Michael Helmrath (Brandenburger Symphoniker) – Thomas Hecker (Oboe)
Greifswald – 12. November 2013
Stralsund – 13. und 14. November 2013
Heringsdorf – 15. November 2013

3. Philharmonisches Konzert
Peter Maxwell Davies – An Orkney Wedding, with sunrise
Max Bruch – Schottische Fantasie für Violine und Orchester op. 46
Felix Mendelssohn Bartholdy – Sinfonie Nr. 3 a-Moll op. 56 – Die Schottische
Golo Berg – Mirjam Tschopp (Violine) Jürgen Rech (Dudelsack)
Theater Greifswald – 21. Januar 2014
Theater Stralsund – 22. und 23. Januar 2014

4. Philharmonisches Konzert
Alexander Borodin – Sinfonie Nr. 3 a-Moll
Nikolai Kapustin – Konzert für Violoncello und Streicher Nr. 2 op. 103
Antonín Dvorák – Sinfonie Nr. 8 G-Dur op. 88
Golo Berg – Christine Rauh (Violoncello)
Greifswald – 25. Februar 2014
Stralsund – 26. und 27. Februar 2014
Heringsdorf – 28. Februar 2014

5. Philharmonisches Konzert
Ludwig van Beethoven – Ballettmusik zu Die Geschöpfe des Prometheus
Uraufführung – Peter Manfred Wolf – Hiob
Ludwig van Beethoven – Konzert für Violine und Orchester D-Dur op.61
Golo Berg – Linus Roth (Violine)
Greifswald – 1. April 2014
Stralsund – 2. und 3. April 2014
Heringsdorf – 4. April 2014
Putbus – 6. April 2014

6. Philharmonisches Konzert
Nikolaj Rimskij-Korsakov – Große russische Ostern op. 36
Olivier Messiaen – L’ascension
Pjotr Tschaikowskij – Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 b-Moll op 23
Markus Huber (Theater Pforzheim) – Peter Rösel (Klavier)
Greifswald – 22.April 2014
Stralsund – 23. und 24. April 2014

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7. Philharmonisches Konzert
Manuel de Falla – El sombrero de tres picos (Auswahl)
Darius Milhaud – Scaramouche
Erwin Schulhoff – Hot-Sonate
Manuel de Falla – El amor brujo
Golo Berg – Detlef Bensmann (Saxophon)
Greifswald – 3. Juni 2014
Stralsund – 4. und 5. Juni 2014
Putbus – 9. Juni 2014
Heringsdorf – 12. Juni 2014



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