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Festspielfrühling Rügen 2014

Theater Putbus
Theater Putbus

Zum dritten Mal findet der Festspielfrühling Rügen statt und zum dritten Mal übernimmt das Fauré Quartett die künstlerische Leitung dieses Festivals, das sich inzwischen zu einer Institution für die Freunde klassischer Musik entwickelt hat. Gut viertausend Besucher nutzen im letzten Jahr die Angebote des Festivals, das die kulturelle Saison auf Deutschlands größter Urlaubsinsel einläutet. Inzwischen hat der Kartenvorverkauf für die Konzerte begonnen, die in der Zeit vom 13. bis 23. März an verschiedenen Standorten gespielt werden. Wie schon in den letzten beiden Jahren konzentrieren sich die Veranstalter nicht auf eine einzige Spielstätte, sondern zeigen ihren Gästen nebenbei die Schönheiten der Insel. So wird die kleine Kapelle von Vitt in der Nähe des Kap Arkona, genauso das Ziel des Festspielbusses werden, wie das Jagdschloss Granitz, das Schloss Raswieck, die Seebrücke in Sellin, Kunstscheune in Vaschvitz, das Badehaus Goor, der Marstall und das bezaubernde Theater in Putbus. Zum ersten Mal wird das Naturerbe Zentrum Prora von der Partie sein, aber auch einen Ausflug auf die benachbarte Insel Hiddensee findet man wieder auf dem Programm.

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Auch 2014 beleuchtet der Festspielfrühling Rügen eine Region und blickt in Richtung Russland, wo zahlreiche bekannte Komponisten ihre musikalischen Spuren hinterlassen haben. So klingen die Namen in den Programmheften nicht nur sehr bekannt, sondern auch sehr russisch. Die Namen Anton Stepanowitsch Arenski, Mili Alexejewitsch Balakirew, Alexander Porfirjewitsch Borodin, César Cui, Alexander Konstantinowitsch Glasunow, Michail Iwanowitsch Glinka, Nikolai Karlowitsch Medtner, Modest Petrowitsch Mussorgski, Nikolai Andrejewitsch Rimski-Korsakow, Sergei Sergejewitsch Prokofjew, Sergei Wassiljewitsch Rachmaninow, Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch, Alexander Nikolajewitsch Skrjabin, Igor Fjodorowitsch Strawinski, Sergei Iwanowitsch Tanejew und Pjotr Iljitsch Tschaikowski stehen nicht nur für verschiedene Kompositionsstile, sondern auch für schöne synphonische Musik mit osteuropäischen Charme. Nicht nur der Musik, sondern auch dem Leben und Wirken der Komponisten widmet sich der Festspielfrühling Rügen. Tschaikowski und das mächtige Häuflein und Von Petersburg nach Hollywood heißen einige der Vorträge, wobei die Musik zweifelsfrei aber im Zentrum des Festivals steht.

Insgesamt fünfzehn Konzerte findet man im Programm, von denen das Fauré Quartett die meisten bestreiten wird. Unter diesen befindet sich auch das Eröffnungskonzert im Marstall von Putbus das unter dem Motto Frühlingserwachen steht. Neben dem Klavierquartett E-Dur op. 20 von Sergei Iwanowitsch Tanejew steht eine Bearbeitung von Modest Petrowitsch Mussorgskis Bilder einer Ausstellung auf dem Programm. Das Abschlusskonzert in Nordperdhalle im Ostseebad Göhren fällt nicht ganz so klassisch aus, denn hier trift das Fauré Quartett auf das David Orlowsky Trio und beschäftigt sich mit der Musik der osteuropäischen Juden, dem Klezmer. Klezmer Perspectives lautet der Titel des Programms, mit dem das Festival musikalisch neue Pfade betritt. Wem das Angebot zwischen diesen beiden Konzerten nicht ausreichen sollte, bleibt noch der traditionelle Festspielkehraus im Putbuser Theater mit dem das Fauré Quartett und einige Gäste ihr höchstwahrscheinlich mengenmäßig größer gewordenes Publikum mit Werken von Widmann, Brahms und Glinka musikalisch nach Hause verabschieden.