Theater Vorpommern – Hänsel und Gretel

Theater Greifswald
Theater Greifswald

Langsam beginnt es im Wald dunkel zu werden, unheimliche Geräusche machen den beiden Geschwistern Angst, die von der Müdigkeit übermannt, sich einen Platz zum Schlafen suchen müssen. Von ihrer Mutter hierher geschickt um Beeren zu sammeln, irren sie einsam durch die Wildnis, nichtsahnend von der auf sie lauernden Gefahr, die sie am nächsten Tag erwarten sollte. Der Sandmann (Fanny Gundlach/Linda Hwa) erscheint und singt Hänsel (Anna Wagner) und Gretel (Linda van Coppenhagen) in den Schlaf, die hier weit weg vom ärmlichen Zuhause auf dem moosbedeckten Waldboden nächtigen müssen. Hätten sie nur nicht ihre Mutter (Christina Winkel) in Rage gebracht, die aus Wut über ihr Verhalten ihrer Kinder versehentlich den Krug mit Milch umstieß, so dass die Familie nichts mehr für das Abendessen auf den Tisch hatte. Dass in dem Wald, in den sie ihre beiden Kinder schickte, die böse Knusperhexe haust, welche kleine Kinder anlockt um diese in Kuchen zu verwandeln, wusste sie nicht, genauso wie die beiden Kinder, die am nächsten Morgen das Knusperhaus entdecken.

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Wie ein Traum erscheint das ganz aus Pfefferkuchen errichtete Haus auf die beiden hungrigen Kinder, ein Traum der doch wahr ist, denn der Pfefferkuchen stillt den Hunger der beiden Kinder, die von einer freundlichen alten Frau (Christina Winkel) überrascht werden, die sich als das Gegenteil von dem herausstellt, was sie vorgibt zu sein. Mit einem Zauberspruch verhext sie die beiden Kinder, die nun nicht mehr weglaufen können, und sperrt Hänsel in einen Käfig, in dem er mit Süßigkeiten gemästet werden soll. Die Pfefferkuchen, die eigentlich nur seinen Hunger stillen sollten, sollen ihn dick und fett werden lassen, damit er einen größeren Kuchen abgeben kann. Die weitere Geschichte ist bekannt, Gretel befreit ihren Bruder mit dem sie die Hexe in den Ofen stößt, in dem sie das Schicksal der Kinder erleiden muss, die sie zuvor in Kuchen verwandelt hatte. Durch den Tod der Knusperhexe verwandeln sich die verzauberten Kinder wieder zurück und die Geschichte hat, wenn man einmal von Knusperhexe absieht, für alle ein glückliches Ende gefunden.

Ihren Erfolg verdankt die Kinderoper Hänsel und Gretel wohl auch den beliebten Kinderliedern, die Adelheid Wette in ihrem Libretto verarbeitete, welches ihr Bruder Engelbert Humperdinck auf ihrem Wunsch hin vertonte. Nur wenige Lieder wie das bekannte Ein Männlein steht im Walde oder Suse, liebe Suse, was raschelt im Stroh? mit dem das Singspiel beginnt, sind aber echte Volkslieder, die meisten Lieder sind erst durch den Erfolg der Oper zu solchen geworden. Inszenierungen für Kinder sind für Opernregisseur Horst Kupich kein Neuland, so war er beispielsweise im Jahre 1996 für die Uraufführung von Reinhard Lakomys Traumzauberbaum zuständig, mit der Inszenierung von Hänsel und Gretel können nun auch die Jüngsten in den Genuss seiner kreativen Arbeit kommen, die er in der letzten Spielzeit mit detailverliebten Inszenierungen wie beispielsweise Alexander von Zemlinskys Operette Kleider machen Leute schon unter Beweis gestellt hat.

Premieren
24. November 2013 – 15:00 Uhr
Theater am Knieperwall Stralsund
14. Dezember 2013 – 16:00 Uhr
Rubenowsaal Greifswald