Stadt und Landkreis informierten über die Flüchtlingsproblematik

Informationsveranstaltung zur Flüchtlingsproblematik
Informationsveranstaltung zur Flüchtlingsproblematik

Derzeitig bewegt die Menschen wohl kein Thema mehr, als die Flüchtlingsproblematik. Deshalb organisierte der Landkreis Vorpommern-Greifswald zusammen mit der Hansestadt Greifswald eine Veranstaltung, welche über die aktuelle Situation der Flüchtlinge in Greifswald und im Landkreis informieren sollte. Das Interesse der Bevölkerung könnte man zwar als recht groß beschreiben, die Aula des Humboldt-Gymnasiums bot aber noch ausreichend freie Plätze. Geladen waren neben Greifswalds Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder, der Sozialdezernent des Landkreises Dirk Scheer, Heiko Miraß von der Arbeitsagentur, die Leiterin des Amtes für Bildung, Sport und Wohngeld Carola Felkl sowie die am 16. November eingesetzte Integrationsbeauftragte der Hansestadt Nadine Hoffmann, welche unter der Moderation von Dr. Christine Dembski die Flüchtlingssituation aus ihrer Perspektive darstellten, bevor die Anwesenden ihre Fragen an das Podium stellen konnten.

Von den etwa 20000 Flüchtlingen, welche das Land Mecklenburg-Vorpommern durch den Königsteiner Schlüssel zugewiesen bekommt, werden 18.74 Prozent dem Landkreis Vorpommern-Greifswald zugeteilt. Von den 3500 im Landkreis befindlichen Flüchtlingen sind derzeitig 505 in der Hansestadt Greifswald heimisch. Neben den 140 Plätzen in der zentralen Flüchtlingsunterkunft in der Spiegelsdorfer Wende, werden die übrigen Flüchtlinge in dezentral gelegenen Wohnungen untergebracht. Das Problem, vor dem der Landkreis steht, ist nach Aussagen von Herrn Scheer die schlechte Informationspolitik bei der Zuteilung der Flüchtlinge, denn meistens kommt ein Anruf, der über die Ankunft weiterer Flüchtlinge am nächsten Tag informiert, Aussagen über die Personen aber verschweigt, sodass die zuständigen Ämter jedes Mal vor unnötigen Problemen gestellt werden. Ein solches Beispiel aus Greifswald wäre die in einer Sporthalle untergebrachte Notunterkunft.

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Dank des schwierigen Greifswalder Wohnungsmarktes beträgt der Anteil der Flüchtlinge an der Gesamtbevölkerung derzeitig 0.88 Prozent, während der Anteil in anderen Gemeinden des Landkreises, welche mit größerem Wohnungsleerstand zu kämpfen haben, deutlich höher ausfällt. Schwierigkeiten bereitet dem Landkreis zudem die ansteigenden Flüchtlingszahlen, denn während es im letzten Jahr nur 800 Flüchtlinge waren, kamen alleine im September 500, im Oktober 600 und im November 700 Flüchtlinge nach Vorpommern-Greifswald. Auch Anzahl der Herkunftsländer hat sich minimiert, denn nach Aussagen des Landkreises kommen derzeitig fast ausschließlich Flüchtlinge aus Syrien hierher. Heiko Miraß von der Arbeitsagentur erläuterte seinen positiven Ausblick in Bezug auf Flüchtlinge und die derzeitig sinkende Arbeitslosigkeit anhand zweier Zahlen, nämlich der Anzahl der Leute im Alter von 50 bis 60 Jahren (44000) beziehungsweise 10 bis 20 Jahren (16000).

Beim Zuständigkeitsbereich von Carola Felkl sollten die meisten Nachfragen kommen, denn die Problematik von fehlenden Deutschkenntnissen in der Schule traf dann doch auf die meiste Skepsis bei den Anwesenden, welches in der Häufigkeit der Nachfragen sichtbar wurde. Nach Aussagen von Carola Felkl werden bei einem Beratungsgespräch die vorhandenen Sprachkenntnisse geprüft und entsprechende Deutschkurse angeboten, die zwischen 10 und 20 Wochenstunden umfassen sollen. Derzeitig besuchen 100 Kinder die intensiven Sprachkurse, 200 mit besseren Deutschkenntnissen additive Deutschkurse. Bei den Kindertagesstätten soll es nach Aussagen der Stadt keinerlei Bevorzugung der Flüchtlingskinder geben, denn auch diese sollen einen Platz auf den normalen Wartelisten erhalten. Als Integrationsbeauftragte der Stadt stellte Nadine Hoffmann ihren Aufgabenbereich vor, der neben der Beratung von Flüchtlingen und ehrenamtlichen Helfern, die Förderung von interkulturellen Projekten umfasst.