Stralsunder Hansetag 2016

Stralsund
Stralsund

In den Jahren von 1356 bis 1669 betitelte man die beschlussfassenden Versammlungen der Hansestädte als Hansetage. Mit den mittelalterlichen Hansetagen und den Hansetagen der Neuzeit haben die Stralsunder Hansetage nicht mehr gemein als den Namen, denn es ist der seit dem Jahre 2005 in Deutschland veranstaltete UNESCO-Welterbetag, der die Stralsunder bewog, ihren Beitrag dazu mit einem wohlklingenden Namen zu versehen, der an die glorreiche Geschichte des Städtebundes erinnert, dessen bauliche Hinterlassenschaften den beiden Hansestädten Stralsund und Wismar vor einigen Jahren den gemeinsamen Titel UNESCO-Welterbe gesichert haben. Für die UNESCO soll der Welterbetag ein Forum der Kommunikation darstellen, mit dem auch die kulturellen und historischen Bezugspunkte des jeweiligen Welterbe in der Öffentlichkeit kommuniziert werden. In Stralsund selbst ist es der historische Gewölbekeller unter dem Rathaus, der an die einstigen Geschäfte der früheren Stralsunder Kaufleute erinnert, denn hier wurden Waren gelagert und gehandelt, die aus anderen Hansestädten und Handelskontoren an den Strelasund transportiert worden sind.

Bekanntlich war Stralsund nach Lübeck die wichtigste Stadt des Städtebundes und so ist es nicht wirklich verwunderlich, dass sich hier das größte mittelalterliche Kellergewölbe des südlichen Ostseeraumes befindet. Passend zum Motto der Veranstaltung des Stralsunder UNESCO-Welterbetages verwandelt sich der Rathauskeller an diesem Tag in einen mittelalterlichen Warenmarkt, der die Besucher in eine längst vergangene Zeit eintauchen lässt, zumindest was die Optik betrifft, denn die zum Hansemarkt im Rathauskeller erwarteten Händler und Marktfrauen kleiden sich zu dieser Gelegenheit mal wieder wie ihre Vorgänger viele Generationen zuvor, ebenso wie die Handwerker, welche die Tätigkeiten ihres Broterwerbs präsentieren. Angekündigt wurden unter anderem ein Schmied, eine Spinnerin, ein Messerschleifer, ein Instrumentenbauer sowie ein Münzpräger, die sich dabei über die Schultern schauen lassen. An den Ständen selbst erwartet die Gäste des Stralsunder Hansetages ein buntes Angebot von Waren lokaler Produzenten welche von Rügener Fayencen bis hin zu den Bieren der Störtebeker Braumanufaktur reicht. Auch mehrere benachbarte Hansestädte wie Greifswald oder Demmin nutzen die Gelegenheit, um sich hier zu präsentieren und Werbung für sich zu machen.

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Mittelalterlich fällt natürlich auch das Unterhaltungsprogramm aus, denn für die musikalische Untermalung sorgen die Spielleute von Eygenart und Gryffenhain. Letzte konnte man übrigens schon des Öfteren auf den Stralsunder Wallensteintagen erleben. Gleich zweimal werden Ausschnitte aus der ansonsten zweistündigen Stadtführungen mit dem Titel Wie die Nudel nach Stralsund kam präsentiert, die mittels Schauspieleinlagen ein gewisses Mittendrin bei den geführten Gästen ermöglichen. Angeboten werden diese Touren übrigens an den Mittwochnachmittagen und Donnerstagvormittagen. Einen Einblick in die Geschichte bieten auch Michael Hartwig, Dr. Thomas Förster und Christian Peplow mit ihren Vorträgen über die Bedeutung der Hanse, die Schiffe der Hanse, beziehungsweise über den Mythos Klaus Störtebeker, der einen Dieb zu einem Helden der armen Leute werden ließ, referieren. Auch an die kleinen Gäste wurde nach Aussagen der Veranstalter gedacht, denn diese können unter Anleitung der Museumspädagogen des Stralsund Museum hämmern, basteln und malen und mit etwas handwerklichen Geschick und künstlerischen Talent erinnert das Ergebnis an eine Hansekogge.

Termin
5. Juni 2016
Stralsund

Uhrzeit Programm
11:15 Uhr Spielleute auf dem Alten Markt und Eröffnung im Rathauskeller
11:30 Uhr Wie die Nudel nach Stralsund kam – Nikolaikirchhof
12:00 Uhr Musik & Wort – St. Nikolai
12:00 Uhr Mittelalterliche Musik mit den Spielleuten Eygenart
12:30 Uhr Der Unterhändler der Hanse. Ein Hansekrimi I – Ralf Lehm
13:00 Uhr Von Wikingern und Heiligen, Königen und Kaufleuten – St. Nikolai
13:00 Uhr Die Hanse und ihre Bedeutung – Michael Hartwig
13:30 Uhr Mittelalterliche Musik mit den Spielleuten Gryffenhain
14:00 Uhr Schiffe der Hanse – unterwasserarchäologische Untersuchungen in der Ostsee – Dr. Thomas Förster
14:30 Uhr Der Unterhändler der Hanse. Ein Hansekrimi II – Ralf Lehm
15:00 Uhr Wie die Nudel nach Stralsund kam – Nikolaikirchhof
15:30 Uhr Kleine Piraten tanzen den Fluch der Karibik – Ballett- und Tanz-Studio Dänholm
16:00 Uhr Wenn Diebe zu Helden werden – Mythos Klaus Störtebeker – Christian Peplow
16:30 Uhr Mittelalterliche Musik mit Eygenart
17:00 Uhr TerraX-Filmdokumentation Die Deutsche Hanse
17:30 Uhr Ausklang mit Gryffenhain