Eldenaer Jazz Evenings 2017

NDR Bigband
NDR Bigband

Eines jedenfalls kann die Spielvereinigung Sued nicht, und das ist Fußballspielen. Im Fall der Eldenaer Jazz Evenings ist dieses auch gut, denn wahrscheinlich würde auch niemand von den Besuchern Geld dafür zahlen wollen, die ehemaligen Jazzmusikstudenten der Hochschule für Musik und Theater Leipzig hinter einem Ball herlaufen zu sehen, welche sich im Sommer des Jahres 2007 von einer Handvoll Waisenhauskindern auf dem Fußballfeld haben besiegen lassen. An diese Episode erinnert ihr Name, den man auf den ersten Blick eher mit einen provinziellen Fußballverein als mit einer Big Band in Verbindung bringen würde, doch es ist der Jazz und kein ordinärer Lederball, der die derzeitig achtzehnköpfige Mannschaft miteinander verbindet.

Seit dem Bestehen der Bigband arbeitete diese mit anderen Musikern zusammen, im diesem Fall ist es Brigade Futur III um den Saxophonisten Benjamin Weidekamp, der übrigens im Jahre 2014 mit seinem Benjamin Weidekamp Quartett bei den Eldenaer Jazz Evenings gastierte. Und auch bei der Brigade Futur III schließt sich der Kreis beim Greifswalder Plattenlabel WhyPlayJazz, welches das Album Alles wird gut gegangen sein voraussichtlich im Herbst herausbringen wird. Für dieses Projekt hat Benjamin Weidekamp dem Sänger Elia Rediger, den Gitarristen Michael Haves und den Posaunisten Jerome Bugnon um sich versammelt hat, sorgt mit der noch unbekannten Musik des zukünftigen Albums gleich zu Anfang des Festivals für ein paar musikalische Überraschungen.

Völlig anders klingt die Musik von Natalia Mateo, die in Warschau geboren, ihre polnischen Wurzeln in ihrem Schaffen verarbeitet, indem sie die musikalische Tradition ihrer Heimat ebenso in ihre Klangwelten einfließen lässt, wie Rock und Pop, und das sie ihre Texte zum Teil auch auf Polnisch verfasst, könnte man Natalia Mateo quasi als polnischen Beitrag des Jazzfestivals verstehen. Mit ihrer aus dem Gitarristen Dany Ahmad, dem Schlagzeuger Fabian Ristau, dem Bassisten Christopher Bolte und dem Pianisten Simon Grote wird sie ihr im März erschienenes Album De Profundis vorstellen. Dieses ist übrigens nicht ihr Erstlingswerk, denn dieses hieß You und erschien im Jahre 2013.

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Mit Heart of Darkness brachte sie zwei Jahre später ein weiteres Album heraus, welches gut aufgenommen wurde, so dass sie im letzten Jahr mit dem ECHO Jazz in der Kategorie Newcomer des Jahres ausgezeichnet wurde. Nur ein paar Wochen älter ist das neue Album von Omer Klein welches er mit Sleepwalkers betitelt hat. Zusammen mit Amir Bresler am Schlagzeug und Haggai Cohen-Milo am Bass hat sich der seit einigen Jahren in Deutschland lebende israelische Pianist in die erste Liga des Jazz gespielt und ist übrigens ein offizieller Steinway Artist.

Wer für das nächste Jahr den Auftrittspreis der Eldenaer Jazz Evenings erhält, weiß man spätestens am 17. Juni, also gut zwei Wochen vor dem diesjährigen Festival. Im letzten Jahr konnte die Kepler-Bigband Freudenstadt bei der Bundesbegegnung Jugend jazzt 2016 die Jury von sich überzeugen und kann daher bald die Eldenaer Jazz Evenings in ihrer Vita aufführen. Die aktuell dreißigköpfige Kepler-Big Band Freudenstadt kann auf eine lange Tradition zurückblicken, wurde sie schon im Jahre 1999, also im letzten Jahrtausend gegründet. Die Big Band des Kepler-Gymnasiums Freudenstadt steht seit ihrer Gründung unter der Leitung von Christof Ruetz, und brachte über das Landesjugendjazzorchester Baden-Württemberg schon einige Talente hervor und kann sich nun auch am anderen Ende der Republik beweisen.

Als Gadi, David und Matan moch als Kinder miteinander spielten, dürften sie wohl noch nicht einmal selbst geahnt haben, dass sie zusammen eine Band bilden würden. Heute sitz Gadi Stern am Klavier, David Michaeli spielt den Bass und Matan Assayag das Schlagzeug. Zusammen bilden sie das in New York und Israel beheimatete Jazztrio Shalosh, deren Mitglieder schon als Jugendliche zusammen die ersten Kompositionen verfassten, aber zuerst eigene Karrieren verfolgten, bis sie ihre gemeinsame Formation gründeten. Ihren Stil nennen die drei Misiker von Shalosh selbst Acoustic progressive Music und mit ihrem Debütalbum The Bell Garden, welches im April 2015 erschien, und ihrem im März 2017 veröffentlichten Album Rules Of Oppression haben sie diese musikalische Vertrautheit auch auf CDs gepresst.

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Die Aufgabe, das Greifswalder Publikum nach Hause zu schicken, sprich das Festival musikalisch zu beenden, hat in diesem Jahr die NDR Bigband, welches unter der Leitung von Geir Lysne mit dem Programm Iceland Visions – Music From The Geysers in der Klosterruine gastiert. Zusammen mit der isländischen Sängerin Ragnheiður Gröndal sowie dem Perkussionisten Helge Andreas Norbakken und dem Gitarristen Hilmar Jensson durchwandert die Big Band die musikalische Landschaft der abgelegenen Insel, die verglichen mit ihrer geringen Bevölkerungszahl vor Kreativität nur so strotzt. Wer etwas Geld sparen möchte, sollte sich die Tickets im Vorverkauf besorgen. Bei den Tageskarten sind es 5.00 Euro, bei den Festivalkarten immerhin noch 4.00 Euro, für die man dann am CD-Stand etwas mehr einpacken lassen könnte.

Programm

Freitag 30. Juni 2017
19:00 Uhr Abendkasse + Einlass
20:00 Uhr Beginn
Brigade Futur III und die Spielvereinigung Sued – alles wird gut gegangen sein
Natalia Mateo – De Profundis
Omer Klein Trio – Sleepwalkers
Samstag 1. Juli 2017
19:00 Uhr Abendkasse + Einlass
20:00 Uhr Beginn
Kepler-Bigband Freudenstadt
Shalosh – Rules of Opression
NDR Bigband – Iceland Visions – Iceland visions – music from the geysers

Tickets

Ticket Vorverkauf Abendkasse
Tageskarte 25.00 € 30.00 €
Tageskarte ermäßigt 20.00 € 22.00 €
Festivalkarte 41.00 € 45.00 €