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Grundstein für das neue Stadtarchiv gelegt

Grundsteinlegung für das Stadtarchiv von Greifswald
Grundsteinlegung für das Stadtarchiv von Greifswald

Eine heranziehende Regenfront ist manchmal auch für etwas Anderes gut, als die darbende Natur mit notwendigen Nass zu versorgen, denn auch öffentliche Auftritte können sich dank dieser auf das Wesentliche beschränken. Und so war die Grundsteinlegung für den Neubau des Stadtarchivs der Universitäts- und Hansestadt Greifswald schon nach etwa siebzehn Minuten vollzogen. Sehr viel länger hätte die Zeremonie nicht dauern können, ohne dass die Anwesenden dann völlig durchnässt gewesen wären, denn schon kurz darauf verwandelte sich der leichte Nieselregen in einen kräftigeren Regenguss. Dass an dem Ort des Geschehens schon mehr Geld und Arbeiten hineingesteckt wurde als auf den ersten Blick ersichtlich war, ist der Tatsache geschuldet, dass es sich hierbei um die notwendige Gründung handelt, die aus etwa sechzig Pfählen mit einem jeweiligen Durchmesser von fünfundfünfzig Zentimetern besteht, welche fünfzehn bis zwanzig Meter tief im Erdreich stecken. Zu den Pfählen gesellen sich zehn etwa hundert Meter lange Sonden für die zukünftige Geothermieanlage des Gebäudes. Als nächstes werden von den Bauarbeitern die Fundamente und die Bodenplatte in Angriff genommen, auf welchen dann der Rohbau errichtet wird, der laut Planung im Februar 2019 fertiggestellt sein soll.

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Vielleicht hat die Stadt mehr etwas Glück was die Zeit betrifft, denn die Baukosten für das Stadtarchiv liefen bekanntlich schon aus dem Ruder. Ursprünglich war der Bau mit 6 Millionen Euro veranschlagt, inzwischen geht man aber von 7,2 Millionen Euro aus, eine Steigerung, die glücklicherweise vom Land Mecklenburg-Vorpommern mitgetragen werden. Inzwischen liegt ein entsprechender Förderbescheid vor, so dass die Stadt jetzt nur noch darauf hoffen kann, dass es zu keinen weiteren unvorhergesehenen Preissteigerungen kommt. Von diesem Problem war bei der Grundsteinlegung nichts zu spüren, es war eher die Erleichterung, dass das langersehnte Projekt endlich Realität wird, welches den wichtigsten Schriftstücken aus der Stadtgeschichte eine Heimat bieten soll. Das Problem war die bisherige Unterbringung der Akten in dafür ungeeigneten Räumlichkeiten, die immer wieder Schimmelbefall zur Folge hatte. Dass man in den Reden immer wieder an diese Tatsache erinnerte, war der Ernsthaftigkeit der Lage geschuldet, denn schließlich ist eine der ältesten im Stadtarchiv verwahrten Urkunden, die am 14. Mai des Jahres 1250 von Herzog Wartislaw III von Pommern-Demmin unterzeichnete Gründungsurkunde der Stadt Greifswald.

Und so war es der Leiter des Stadtarchivs Uwe Kiel, der in der für seine Verhältnisse ungewohnt kurzen Rede viele Aspekte aus der Geschichte des Archivs ansprach, während Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder und der Vorsitzende der Ortsteilvertretung Innenstadt Erich Cymek mehr die Geschichte des Bauprojektes beleuchteten. Für die anschließende Befüllung der Zeitkapsel steuerten Volker Giezek vom ausführenden Architekturbüro Code Unique Architekten aus Dresden einen Bauplan des neuen Stadtarchivs, Dr. Stefan Fassbinder einen vollständigen Euromünzensatz, Erich Cymek eine aktuelle Ostsee-Zeitung und Uwe Kiel eine von ihm verfasste Broschüre über die Geschichte des Greifswalder Stadtarchivs bei. Die Antwort auf die Frage, ob es an dem Standort ein gemeinsames Archiv mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern und der Nordkirche geben wird, konnte zumindest an diesem Tag noch nicht bejaht werden. Laut Aussagen von Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder gibt es darüber zwar produktive Gespräche, eine endgültige Entscheidung des Landes wurde aber immer noch nicht gefällt.