Manfred Prinz – Markierungen eines Weges

Manfred Prinz
Manfred Prinz

Beim diesjährigen Stadtempfang gehörte Professor Dr. Manfred Prinz zu denjenigen Greifswaldern, deren langjähriges ehrenamtliches Engagement öffentlich gewürdigt wurden. Schaut man sich die vielen Stationen in seinem langen Lebenslauf an, die durch und durch ein Engagement für die Kunst waren, klingen Positionen wie die eines sachkundigen Bürgers im Kulturausschuss der Greifswalder Bürgerschaft schon recht langweilig, wenn man diese ins Verhältnis zu seinen anderen Aktivitäten setzt. War es erst seine Lehrtätigkeit an der hiesigen Universität, erst als Assistent am Institut für Kunsterziehung, dann als Dozent und später als Professor für Kunstpädagogik, durch die er junge Leute für Kunst begeisterte, waren es nach seiner Emeritierung, die übrigens schon im Jahre 1995 erfolgte, war es seitdem sein Engagement in verschiedenen Vereinen.

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Im Jahre 2010 wurde er Vorsitzender des Pommerschen Künstlerbundes, zehn Jahre später dessen Ehrenvorsitzender. Auch als erster Co-Vorsitzender des ersten deutsch-polnischen Künstlerverbandes Ars Pomerania, der als Dachverband für den Pommerschen Künstlerbund und dem Verein der Polnischen Bildenden Künstler in Stettin im Jahre 2002 in Greifswald gegründet wurde, machte er sich einen Namen, unter anderem was grenzübergreifende Kunstprojekte betraf. Sein Handwerk lernte er bei Herbert Wegehaupt, ein Einfluss, den er selbst als wichtigen Anschub für sein künstlerisches Schaffen ansieht. Und so sollen Anregungen aus der Realität mit allen künstlerischen Mitteln in etwas Eigenständiges umgeformt und umgesetzt werden, so dass dieses zugleich etwas über den Macher erzählen kann. Bei Manfred Prinz sind es die Farbe Lila, die immer wieder in seinen Bildern zu finden ist und quasi fast schon ein Erkennungsmerkmal ist.

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Bei neunzig Lebensjahren, davon die meisten künstlerisch aktiv, ist die Auswahl an Werken alles andere als überschaubar. Und so sind es zwei Ausstellungen, welche einen Einblick in sein Schaffen bieten sollten. Mit der Ausstellung Manfred Prinz und seine Farben präsentierte der Pommersche Künstlerbund in den letzten Monaten eine Auswahl seines aktuellen Schaffens in der vereinseigenen Galerie PKBkunstLADEN. Einen Rückblick wiederum soll die Ausstellung Manfred Prinz – Markierungen eines Weges geben, die am 5. November in der Galerie des St. Spiritus eröffnet wird. Die Auswahl an Werken beginnt mit Bildern, die in seiner Zeit als Student bei Prof. Herbert Wegehaupt entstanden sind, und bildet einen großen Bogen über seine immer farbenfreudiger werdenden Landschaftsbilder bis hin zu seinen Aquarellen. Wahrscheinlich dürfte Manfred Prinz zu denjenigen Leuten gehören, welche die hiesige Kunstszene entscheidend geprägt haben.

Neben den zahlreichen Kunststudenten des Caspar-David-Friedrich-Instituts der Universität Greifswald, waren es auch die unzähligen Teilnehmer an den Kursen in der Volkshochschule und in den Greifswalder Kunstwerkstätten, welche im Laufe der Zeit von seinem Wissen und künstlerischen Talent profitiert haben. Wie viele Leute seit 1952 seine Schüler waren, weiß er wahrscheinlich nicht einmal selbst, bei fast siebzig Jahren Lehrtätigkeit, vor seiner Tätigkeit an der Greifswalder Universität wirkte er übrigens als Kunstlehrer an einer Schule in Stralsund, ist der Überblick über diese Zahlen verständlicherweise sehr schwer zu behalten. Wer die Ausstellung Manfred Prinz – Markierungen eines Weges sehen möchte, kann dieses bis zum 27. November bewerkstelligen. An Werktagen ist die Galerie des St. Spiritus in der Zeit von 12:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.