Grundstein für das Zentrum für Life Science und Plasmatechnologie gelegt

Grundsteinlegung vom Plasmatechnikum Greifswald
Grundsteinlegung vom Plasmatechnikum Greifswald

Wieviel Geld in dem Säckchen war, welches seinen Platz in der Plombe gefunden hat, welche bei der Grundsteinlegung für das Zentrum für Life Science und Plasmatechnologie versenkt wurde, ist nicht bekannt, die veranschlagte Summe für das begonnene Bauvorhaben aber schon. Mit Hilfe des Landes Mecklenburg-Vorpommern investiert die Universitäts- und Hansestadt Greifswald etwa 37,65 Millionen Euro, wovon das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit 16,5 Millionen Euro übernimmt, Mittel welche stammen aus der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur stammen. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurden bisher etwa siebzig Prozent der Bauleistungen ausgeschrieben, eine Summe von rund 28 Millionen Euro. Insgesamt zwanzig Prozent von diesem Auftragsvolumen erhielten in Greifswald beheimatete Firmen, einundvierzig Prozent an Firmen aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald und mit siebenunddreißig Prozent wurden Firmen aus Mecklenburg-Vorpommern bedacht.

Da diese nach Ausschreibungsrecht die besten Angebote machten, bleibt fast das gesamte Geld im Lande, ein Umstand über den sich nicht nur Fabian Feldt, der Abteilungsleiter für Wirtschaft und Tourismus der Universitäts- und Hansestadt Greifswald freuen dürfte, welcher diese für die regionale Wirtschaft positiven Fakten verkünden konnte. In Anwesenheit von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, zu deren Bundestagswahlkreis auch Greifswald gehört, und dem Wirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern Harry Glawe wurde am 4. Februar 2020 feierlich der Grundstein gelegt. Ob man den strömenden Regen als positives oder negatives Omen sehen kann, wird die Zukunft zeigen. Für den Geschäftsführer der WITENO GmbH Dr. Wolfgang Blank dürften die Regentropfen ein positives Zeichen, quasi wie ein Geldregen, gewesen sein, denn schließlich unterschrieben nach der Grundsteinlegung mit der Nebula Biocides GmbH, der Enzymicals AG und der Neoplas Tools GmbH gleich drei zukünftige Mieter ein Letter of Intent, so dass schon zwei Jahre vor der Fertigstellung etwa zehn Prozent der zukünftigen Nutzflächen vermietet sind.

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Bei einem Rundgang durch das Gebäude besuchte Dr. Angela Merkel die Firmen und ließ sich die jeweiligen Produkte zeigen. Die im Jahre 2009 als Ausgründung des Leibniz Instituts für Plasmaforschung und Technologie entstandene Neoplas Tools GmbH hat mit dem CE-zertifizierten Atmosphärendruck Plasmajet kINPen® MED das erste Produkt auf den Markt, welches weltweit vertrieben wird. Dieses ist laut Aussage der Firma ein Ergebnis einer langjährigen wissenschaftlichen Zusammenarbeit des Instituts für Plasmaforschung und Technologie, der Universitätsmedizin Greifswald, der Charité Universitätsmedizin Berlin und weiteren Partnern aus der Industrie. Er ist übrigens der erste zugelassene Jet zur Anwendung von gewebeverträglichem Kaltplasma in der Medizin und das weltweit. Bei diesem Produkt wird ein aus dem Edelgas Argon hergestelltes Kaltplasma mit einer Temperatur von etwa 37 Grad Celsius punktgenau auf die Wunden appliziert, um eine rasche und komplikationsfreie Heilung zu fördern und die Wunde zu desinfizieren.

Erreicht wird dieser Effekt mit Hilfe einer Kombination verschiedener physikalischer Wirkmechanismen, wie einer schwachen UV-Strahlung, reaktiven Sauerstoff- und Stickstoffmolekülen, elektromagnetischer Felder und einer kurzfristigen lokale Temperaturerhöhung. Diese Anwendung stimuliert die Neubildung von Zellen und damit auch eine Geweberegeneration bis in tiefe Hautschichten, welche zu einem schnelleren Wundschluss führt, wobei auch ein breites Spektrum von Mikroorganismen wie beispielsweise die multiresistenten Erreger inaktiviert werden. Während die Neoplas Tools GmbH derzeitig zwölf Leuten Arbeit gibt, ist das Produkt der von Jörn Winter und Ansgar Schmidt-Bleker aus dem INP ausgegründeten Nebula Biocides GmbH noch nicht marktreif. Bis das von ihnen entwickelte Desinfektionsmittel gegen Bakteriensporen vermarktet werden kann, werden wohl noch ein paar Jahre vergehen.

Gut im Geschäft wiederum ist mit Enzymicals AG, die Anwendung der von ihr angebotenen kundenorientierten industriellen Plattform zur Prozessentwicklung und Pilotierung von chemo-biokatalytischen Synthesewegen für hochwertige Feinchemikalien ist im Verhältnis zu den Produkten der anderen beiden Firmen Laien eher schwer erklärbar. Den größten Spaß hatte sie offensichtlich aber beim Besuch vom Katapult Magazin, welches Spiel vorstellte, welches Landkarten zum Thema hat. Mit der Fertigstellung des Zentrums für Life Science und Plasmatechnologie wird laut Stadtverwaltung für das zweite Quartal 2022 gerechnet und von den zukünftigen Nutzern dringend erwartet. Die Entscheidung der Politik die Firmen, welche in Greifswald entwickelten Produkte auch in Greifswald zu produzieren, beziehungsweise hier weiterzuentwickeln, zu unterstützen, ist zwar alles andere billig, sie dürfte aber auch eine gutplatzierte Wette auf die Zukunft der Plasmatechnologie darstellen. Bei deren Gewinn würde dann Greifswald profitieren, sei es bei Arbeitsplätzen oder bei Steuereinnahmen.

Impressionen

Grundsteinlegung vom Plasmatechnikum Greifswald

Grundsteinlegung vom Plasmatechnikum Greifswald

Angela Merkel zu Besuch bei der Neoplas Tools GmbH

Angela Merkel zu Besuch bei der Neoplas Tools GmbH

Angela Merkel zu Besuch beim Katapult Magazin

Angela Merkel zu Besuch beim Katapult Magazin

Angela Merkel zu Besuch bei der Enzymicals AG

Angela Merkel zu Besuch bei der Enzymicals AG

Angela Merkel zu Besuch bei der Nebula Biocides GmbH

Angela Merkel zu Besuch bei der Nebula Biocides GmbH