Motorradgottesdienst Greifswald

Motorradgottesdienst in Greifswald

Motorradgottesdienst in Greifswald


Am 12. August des Jahres 2012 bot der Greifswalder Marktplatz einen beeindruckenden Anblick, denn auf diesem standen mehr als siebenhundertfünfzig Motorräder in Reih und Glied. Dabei handelte es sich aber nicht um die vermeidlich größte Motorradausstellung Vorpommerns, sondern um den ersten Greifswalder Motorradgottesdienst, den der Bikers Helpline e.V. ins Leben gerufen hatte. Bei diesem Verein handelt es sich um eine Organisation motorradbegeisteter Leute, welcher unter anderem die Angehörigen der bei Verkehrsunfällen verletzten oder ums Leben gekommenen Motorradfahrer betreut. Da es unter den ehrenamtlichen Helfern des Vereins auch viele Pfarrer gibt, entstand in den 60er Jahren die Idee, das Motorradfahren mit einem Gottesdienst zu verbinden, um auf diese Art und Weise auch Motorradfahrer zu erreichen, die mit der Kirche nichts am Hut haben.

Dementsprechend motorradbezogen fallen die auf diesen Veranstaltungen gehaltenen Predigten aus, deren Sinn es nicht nur ist, die speziellen Probleme zu thematisieren, welche die meisten Motorradfahrer persönlich betreffen, sondern auch anschließend eine Kollekte für einen guten Zweck zu sammeln. Der Begünstigte der allerersten Kollekte des Greifswalder Motorradgottesdienstes war übrigens der Verein zur Unterstützung krebskranker Kinder und der Krebsforschung im Kindesalter Greifswald/Vorpommern e.V., der seinerzeit Geld für ein neues Eltern-Kind-Haus sammelte, in welchem die Familien krebskranker Kinder in der Nähe der im Universitätsklinikum behandelten Kinder wohnen können und sie dadurch auch tagtäglich besuchen und Kraft geben können. Der größte Motorradgottesdienst Norddeutschlands findet übrigens in Hamburg statt.

Mit den bis zu dreißigtausend Motorradfahrern, die dort Jahr für Jahr anwesend sind, wären die Straßen von Greifswald zweifelsfrei völlig überfordert. Und so ist der Greifswalder Motorradgottestdienst eher einer der familiäreren Veranstaltungen dieser Art, bei denen man dann auch noch etwas mehr von den Schönheiten der Landschaften hat, wenn man sich im Korso auf eine gemeinsame Rundfahrt durch Vorpommern macht. Auch für Außenstehend bildet der Anblick von mehreren hundert Motorrädern, die zusammen in einem Korso die alten Alleenstraßen befahren, einen beeindruckenden Anblick. Ein solcher Anblick bietet sich auch dann, wenn sich die an der Ausfahrt teilnehmenden Motorräder aufmachen, unter dem Klang der zahlreichen Motoren den Greifswalder Marktplatz zu verlassen. Für technikbegeisterte Leute dürfte aber die Zeit davor interessanter sein, wenn sie durch die Reihen gehen und die zahlreichen Motorräder bewundern können.

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Ob moderne Maschinen oder Oldtimer, die Bandbreite an Modellen und Marken fällt für gewöhnlich recht breit aus. Gut zwei Stunden Zeit hat man, die ankommenden Motorräder unter Augenschein zu nehmen und das musikalische Vorprogramm zu genießen, bis dann um 12:00 Uhr die namensgebende Predigt gehalten wird. Im ersten Jahr waren es mit den Pastoren Jim Brendel aus Katzow, Andreas Timm aus Graal-Müritz und Uwe Stiller aus Flensburg gleich drei Vertreter der Nordkirche, die mit ihren Worten an die Anwesenden zu wenden und sie für die in ihren Predigten angesprochenen Themen zu sensibilisieren. Angesprochen werden dabei auch immer die Schutzengel, welche die Motorradfahrer brauchen, denn ebenso wie die Radfahrer werden diese auf den Straßen des Öfteren von unachtsamen Autofahrern übersehen, so dass viele der daher resultierenden Unfälle schwer bis tödlich enden können. Dementsprechend sensibilisieren die Predigten der Motorradgottesdienste auch für die im Straßenverkehr lauernden Gefahren.

Internet

www.mogo-greifswald.de

Termin

12. August 2018
10:45 – 16:00 Uhr
Marktplatz