Vorpommersche Landesbühne – Krach in Chiozza

Allzu schlecht kann die Ausbildung in der Theaterakademie Vorpommern wahrlich nicht sein, denn mit Felix Meusel und Ronny Winter befinden sich gleich zwei Absolventen der sich gerne als die nördlichste Schauspielschule Deutschlands bezeichnenden Einrichtung im Schauspielensemble des Theater Vorpommern. Ob man in den nächsten Jahren noch ein paar mehr Absolventen der im Ostseebad Zinnowitz beheimateten Talentschmiede zu sehen bekommen wird, wird Intendant Dirk Löschner bald für sich beantworten können, schließlich hat ihm sein Anklamer Kollege Dr. Wolfgang Bordel elf seiner Schützling zum Spielen gegeben. Mit der Inszenierung der Komödie Krach in Chiozza des italienischen Autors Carlo Goldoni vollziehen die drei Theater im Osten Mecklenburg-Vorpommerns in gewisser Art und Weise schon einmal das, was in der aktuellen Theaterstrukturreform von ihnen von der Landesregierung gefordert wird. Die Eleven der Schauspielschule, die in ihrem vierten Ausbildungsjahr im Theaterbetrieb eingebunden sind, werden das Stück nicht nur in den Theatern von Anklam, Zinnowitz und Barth aufführen, sondern auch in Neubrandenburg, Stralsund, Greifswald und Putbus.

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Zu ihnen gesellt sich mit Dirk Löschner ein Gastregisseur, der als Intendant eines Stadttheaters vor der Aufgabe steht, das Stück so zu inszenieren, dass es dem künstlerisch anspruchsvolleren Publikum der Hansestädte und dem ländlich geprägten Publikum gleichermaßen gefällt, welches nach Aussagen des Anklamer Theaters offensichtlich eine gewisse Vorliebe für leichtere Kost hat. Zumindest bei der Auswahl des Stückes dürfte mit einer Komödie, die zudem noch recht volkstümlich ausfällt, eine große Schnittmenge im Publikum gefunden worden sein. Angeregt durch die Komödien Molières zählt Carlo Goldoni durch seine Komödie zu den Reformatoren des italienischen Theaters, das vormals in der Form der Commedia dell’arte mit ihren typischen Figuren, von denen die des Harlekin die wohl bekannteste sein dürfte, ihr volkstümliches Publikum unterhielt. In Goldonis Komödie spielen daher auch Charaktere eine Rolle, die für ihre Zeit typisch waren.

Angesiedelt ist die Handlung in einem kleinen Fischerdorf Chiozza, in welchem die Frauen vor ihren Häusern auf die Heimkehr der Männer warten. Da erscheint im Hafen mit Tofollo ein fremder Mann auf seinem Kahn, der die Aufmerksamkeit der Frauen auf sich zieht. Für sie unterhält er sich ein bisschen zu lange mit der schönen Lucietta, der Verlobten von Titta Nane, der noch auf dem Meer ist. Es passt nicht in ihr moralisches Weltbild, dass sich ein fremder Mann so verhält. Also beginnt ein Zickenkrieg, der darin endet dass Tofollo verschwindet und die streitwütigen Frauen zurück bleiben. Bei der Heimkehr der Männer können sie den vergangenen Streit nicht vor ihnen verbergen, eine Gerüchteküche wird in Gang gesetzt, welche die Handlung der Geschichte fast außer Kontrolle geraten lässt. So bleibt es für Isidoro dem Adjunkt des Gerichtskanzlers nur die Möglichkeit, die sich streitenden Paare wieder miteinander zu versöhnen indem er sie verheiratet, was sich aber als auch nicht ganz so einfach herausstellt.

Termine
21. September 2013 – 19:30 Uhr – Blechbüchse Zinnowitz
28. September 2013 – 19:30 Uhr – Schauspielhaus Neubrandenburg
2. Oktober 2013 – 19:30 Uhr – Theater Stralsund
5. Oktober 2013 – 19:30 Uhr – Barther Boddenbuehne
18. Oktober 2013 – 19.30 Uhr – Theater Anklam
20. Oktober 2013 – 18:00 Uhr – Theater Greifswald
17. November 2013 – 18:00 Uhr – Theater Putbus

Ensemble
Andreas Zimmerling, Anna Jamborsky, Anna-Maria Gesine Schreiber, Anna Thiele,Daniel Elias Böhm, Lisa Klabunde, Martha Pohla, Martin Puhl, Maximilian Heckmann, Nicole Thuß, Sven Jenkel



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