Sommerführungen durch die Greifswalder Universität

Universität Greifswald
Universität Greifswald

Bunte Zeichnungen und derbe Sprüche, gut verborgen im Innereren des Hauptgebäudes der Greifswalder Universität befinden sich mehrere Karzerzellen, deren einstige Insassen sich an den Wänden ihrer kleinen Zellen für die Nachwelt verewigt haben. Zu den Besonderheiten der früheren Universitäten gehörte die Gerichtsbarkeit, durch deren Grundlage die Universitätsführung ihre Studenten für kleinere Vergehen mit einer Arreststrafe bestrafen konnte. Ob Trunkenheit oder ungebührendes Verhalten in der Öffentlichkeit, es gab einige Tatbestände für die man sich einst in den Karzerzellen wiederfinden konnte. Die Arreststrafen gibt es nicht mehr, die Karzer haben die Zeiten aber überstanden. Dank der datierten Malereien kann man die Strafen einiger Insassen nachverfolgen und ihren Art von Humor mit dieser umzugehen. Ihre mehr oder weniger künstlerischen Äußerungen geben den interessierten Besuchern einen Einblick in das damalige Studentenleben, welche durch zahlreiche Anekdoten ergänzt werden, welche die studentischen Führer beim letzten Abschnitt dieser Führung zu erzählen haben.

Der Startpunkt der Sommerführungen durch die Greifswalder Universität ist aber das markante Rubenow-Denkmal vor dem Hauptgebäude. Etwas über zwölfeinhalb Meter Höhe hat das von Bildhauer Wilhelm Stürmer gestaltete Denkmal aus galvanisch bronzierten Zinkguss vorzuweisen, welches aufgrund seiner Ausmaße das größte Exemplar seiner Art in ganz Deutschland ist. Mit den David Mevius, Ernst Moritz Arndt, Friedrich August Gottlob Berndt und Johannes Bugenhagen findet man bekannte Vertreter der vier Fakultäten, mit Wartislaw IX. von Pommern, Bogislaw XIV. von Pommern, Friedrich I. von Schweden und Friedrich Wilhelm III. von Preußen einige der wichtigsten Förderer der Universität. Aufgrund seiner Ausführung ist das 1856 errichtete Denkmal ein visueller Zeitzeuge, der bei den Sommerführungen für die Einführung in die Geschichte der Greifswalder Universität herhalten kann.

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Der wohl schönste Raum der Greifswalder Universität ist zweifelsfrei die barocke Aula, welche als Andreas Mayer Mitte des 18. Jahrhunderts das Hauptgebäude der Universität errichtete, noch als Universitätsbibliothek genutzt wurde. Heutzutage sind die Bücherregale verschwunden, Bilder mit Portraits bedeutender Persönlichkeiten aus der Schwedenzeit zieren die Wände des Raumes, deren repräsentativen Säulen nicht aus Marmor bestehen, sondern nur kunstvoll und bemerkenswert echt wirkend bemalt wurden. Wie auch in den Schlössern der pommerschen Herzöge und der schwedischen Könige ist in der berühmten Aula nicht alles Gold was glänzt. Jede der hier ausgestellten Persönlichkeiten, ob König von Schweden, Rektor der Universität oder Professor, ist aus der jahrhundertelangen Geschichte der Universität nicht wegzudenken. Die Sommerführungen dauern etwa eine Stunde. Nach Angaben der Universität werden diese Führungen auch in englischer und schwedischer Sprache angeboten.

Termine
31. März bis 31. Oktober 2013
jeweils ab 15:00 Uhr
Rubenowdenkmal
5.00 bzw. 3.50 Euro ermäßigt