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Theater Vorpommern – TanZZeiT 2016

Ballett Vorpommern
Ballett Vorpommern

Seit über zwanzig Jahren bietet das BallettVorpommern seinem Publikum einen anderen Blick auf den zeitgenössischen Tanz, wenn Ballettdirektor Ralf Dörnen sein Ensemble in die Obhut zweier Nachwuchschoreographen gibt, die im Rahmen der alljährlichen TanZZeiT mit diesem neue Stücke entwickeln. Was für das Publikum vielleicht nur eine andere Ausdrucksform ist, ist für die Tänzer der Ballettcompagnie eine neue Herauforderung, denn bekanntlich unterscheidet sich der zeitgenössische Tanz vom traditionellen Ballett sehr stark, so dass selbst die durchtrainierten Ensemblemitglieder schon nach den ersten Trainingsstunden einen starken Muskelkater verspüren müssen. Wer diese Schmerzen auch einmal selbst spüren möchte, kann sich zu einen der zweistündigen Workshops anmelden, in welchen man mit den jeweiligen Choreographen eine kleine Choreographie erarbeitet, die zumindest einige Elemente der für die TanZZeiT kreierten Stücke beinhaltet.

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Wer sich für etwas leidensfähiger hält, kann sich übrigens auch für beide Workshops anmelden, der Muskelkater wird aber entsprechend stärker ausfallen. Wer sich dazu entschließen sollte, bekommt hierbei einen etwas tieferen Einblick in die Gedankenwelt der Choreographen, die mit den beim Tanz geplanten Bewegungsabläufen bestimmte Dinge artikulieren wollen. Dabei auch scheinbar banale Dinge, wie beispielsweise die Routinen, mit denen wir alle im Leben konfrontiert sind. Adam Sojka widmet sich diesen in seiner Choreographie (No.) 24/7 und stellt sich die Frage, was passieren würde, wenn die Menschen damit konfrontiert werden, zu wissen wann die eigene Lebensuhr aufhört zu schlagen. Was würde man machen, wenn man weiß, wann das Leben zu Ende ist? Lebt man sein Leben weiter wie bisher oder beginnt man damit, bestimmte Dinge zu machen, die man sich schon vor Ewigkeiten vorgenommen hat?

In (No.) 24/7 konfrontiert er sieben Menschen mit ihren Schicksalen erfahren und lässt das Publikum dabei teilhaben, wie diese ihre unterschiedlichen Entscheidungen treffen. Der Name Adam Sojka dürfte den hiesigen Ballettfreunden nicht unbekannt sein, denn zusammen mit Beatrice Carbone vom Ballett der Mailänder Scala begeisterte er im Sommer des Jahres 2014 in seiner Rolle als Don José in dem von Ralf Dörnen für die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern choreografierten Ballett Serenade/Carmen. Zu dieser Zeit war Adam Sojka Mitglied des Ballettensembles des Nationaltheater Brünn, für welches Ralf Dörnen im Jahre 2012 als Gastchoreograph tätig wurde. Hier verarbeitete er Arnold Schoenbergs Verklärte Nacht zu einem Ballett, in dem Adam Sojka in einer Hauptrolle zu erleben war. Seit einiger Zeit betätigt sich Adam Sojka auch als Choreograph, sein (No.) 24/7 ist also nicht sein Erstlingswerk.

Auch der aus Albanien stammende Brigel Gjoka kann schon einige Jahre Erfahrung als Choreograph vorweisen, die mit dem Ballet du Rhin in Straßburg realisierte Kurzchoreographie Loin de mon Aigle stammt aus dem Jahre 2008. Zu den wichtigste Einflüssen dürfte der amerikanische Choreograpph William Forsythe gehören, in dessen Forsythe Company er mehrere Jahre lang Mitglied war. Dieser zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Choreografen der Welt uns sein Einfluss auf die Arbeit von Brigel Gjoka dürfte auch bei seiner Choreographie Delegatet spürbar vorhanden sein. In dieser beschäftigt er sich mit dem Thema Menschheit und der allgegenwärtigen Suche nach Glück. Für ihn sind alle Menschen Delegierte der Menschheit, die für sich Systeme erschafft, um die Bedürfnisse ihrer Mitglieder zu stillen, mit diesen aber immer wieder an Grenzen stößt. Für die Umsetzung von Delegatet ließ sich Brigel Gjoka von der albanischen Folklore inspirieren, die nur so vor Energie sprüht.

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Brigel Gjoka – Delegatet
Alicia Santamaría Jiménez, Laura Cristea, Leander Veizi, Margaret Howard, Miguel Rodriguez, Nathan Cornwell

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Adam Sojka – (No.)24/7
Armen Khachatryan, Ayako Nomura, Christopher Seán Furlong, Dominic Harrison, Marina Schmied, Stefano Fossat, Zoe Ashe-Browne

Termine
14. April 2016 19:30 Uhr Greifswald
24. April 2016 18:00 Uhr Greifswald
07. Mai 2016 19:30 Uhr Greifswald
25. Mai 2016 19:30 Uhr Stralsund
26. Mai 2016 19:30 Uhr Greifswald
08. Juni 2016 19:30 Uhr Stralsund
16. Juni 2016 19:30 Uhr Greifswald
18. Juni 2016 19:30 Uhr Stralsund