Verhandlungen über Schloss Ludwigsburg beschlossen

Schloss Ludwigsburg
Schloss Ludwigsburg

Langsam aber sicher nimmt die am 28. November 2017 vom Koalitionsausschuss von SPD und CDU getroffene Vereinbarung für die Rettung von Schloss Ludwigsburg Gestalt an, denn am 12. Dezember 2017 stand das Thema auf der Sitzung der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern. Auf dieser wurde beschlossen, dass das Bildungsministerium und das Finanzministerium Mecklenburg-Vorpommern Verhandlungen mit Stiftern der Stiftung Pommersches Landesmuseum aufzunehmen soll, um das historische Schlossensemble nach einer erfolgten Sanierung in die Stiftung Pommersches Landesmuseum einzugliedern und zukünftig als Museumsstandort nutzen zu können. Dieses sind übrigens recht viele, denn neben der Universitäts- und Hansestadt Greifswald und der Ernst-Moritz-Arndt-Universität, welche dereinst die Gründung eines Landesmuseums für Pommern aktiv betrieben haben, die Bundesrepublik Deutschland, die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die Pommersche Landsmannschaft und die Woiwodschaft Westpommern.

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Um die Sanierung realisieren zu können, sollen die bisherigen Eigentümer des Schlosses, welche selbst nicht über ausreichend finanzielle Mittel verfügen, um dieses zu erhalten, das Schloss und das dazugehörige Areal zu einem symbolischen Kaufpreis veräußern. Nach Aussagen der Staatskanzlei sollen die ersten Gespräche mit den Eigentümern geführt worden sein, eine Absichtserklärung wurde zudem auch schon unterzeichnet, was die Landesregierung zuversichtlich macht, dass das Projekt auch so wie geplant realisiert werden könnte. Da der Verkauf der Liegenschaft eine zwingende Voraussetzung für das Engagement des Landes Mecklenburg-Vorpommern ist, liegt es derzeitig in den Händen der einstigen Greifswalder Kaufmannsfamilie Familie Weißenborn, welche das Schloss Anfang des 19. Jahrhunderts erwarb, nach dem Zweiten Weltkrieg enteignet wurde und es im Jahre 1991 wiedererwerben konnte.

Obwohl sich das Land Mecklenburg-Vorpommern mit Händen und Füßen wehrt, dass das Schloss Bothmer zu einem Präzedenzfall für andere Schlösser im Lande wird, schließlich ist es das erste Schloss in Landesbesitz, welches nicht vom den mecklenburgischen Großherzögen genutzt wurde, verdoppelt sich nun mit dem Schloss Ludwigsburg die Anzahl der Schlösser im vorpommerschen Landesteil, die im Landesbesitz befindlich sind, das andere ist das Jagdschloss Granitz, vorausgesetzt der Verkauf geht wie geplant über die Bühne. Insgesamt kostete die Sanierung des Schlosses Bothmer 36.5 Millionen Euro, 11.6 Millionen Euro ließ sich das Land die Sanierung von Schloss Mirow kosten, auf etwa 20 Millionen werden die Kosten geschätzt, welche nun für das Schloss Ludwigsburg, die Gutsanlage und den verwilderten Park aufgebracht werden müssen, um diese wieder in dem altem Glanz erstrahlen zu lassen.

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Die Schlösser in Mirow und Klütz, welche das Land Mecklenburg-Vorpommern sanierte, haben sich seitdem zu wahren Tourismusmagneten verwandelt, ein Schicksal über welches sich auch Ludwigsburg freuen dürfte, vorausgesetzt dass das Konzept der zukünftigen Nutzung ebenso stimmig ausfällt. Die Ministerpräsidentin Manuela Schwesig äußerte sich im Anschluss der Sitzung über das Projekt mit einer positiv klingenden Botschaft, denn aus ihrem Munde sollen die Worte „Wir wollen, dass Schloss Ludwigsburg wieder in altem Glanz erstrahlt und für die Öffentlichkeit als Museum zugänglich ist. Das setzt voraus, dass alle Beteiligten mithelfen, damit dieses für ganz Vorpommern wichtige Vorhaben gelingt.“ zu vernehmen gewesen sein. Das dürfte sie aber weniger Kraft gekostet haben, als dem Förderverein der jahrelang für die Sanierung des Schlosses kämpfte, welches einst für die Herzogin Sophie Hedwig von Pommern-Wolgast errichtet wurde, welche zu Ehren ihres verstorbenen Mannes den Ort Darsim in Ludwigsburg umbenannte.