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750 Jahre St. Spiritus Greifswald

Es sind inzwischen schon siebenhundertfünfzig Jahre her, seitdem im Jahre 1262 in einer Verordnung von Wartislaw III. von Pommern-Demmin das Hospital St. Spiritus erwähnt wurde. Viel Glück hatte der pommersche Herzog während seiner Regierungszeit nicht, denn aufgrund zahlreicher kämpferischer Auseinandersetzungen verlor er große Teile seines Herzogstums. So erhielten beispielsweise die brandenburger Markgrafen 1236 die Herrschaft Stargard. Was man auf den ersten Blick als einen unvorteilhaften Lebenslauf deuten könnte, änderte er aber während der zweiten Regierungshälfte, als er Siedler anheuerte und einige Städte gründete. So findet man auch sein Siegel auf der Gründungsurkunde der Stadt Greifswald aus dem Jahre 1250 und gut zwölf Jahre später in jenem besagten Dokument, welches die Existenz der Einrichtung zu dieser Zeit belegt.

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Siebenhundertfünfzig Jahre wird man nur einmal und so bietet das St. Spiritus am 15. Juni einen Tag der offenen Tür an, bei dem man auch die Gelegenheit haben wird, bei zwei Führungen durch das Haus, das Haus, welches zu den ältesten Gebäuden der Hansestadt Greifswald zählt, besser kennenzulernen. Die Führungen durch den Gebäudekomplex beginnen um 16:00 Uhr beziehungsweise 17:00 Uhr. Diese führen auch durch die Ausstellung über die Geschichte der Einrichtung, in der man historische Fotografien und Zeitdokumente sehen kann. Diese Ausstellung kann man übrigens in der Zeit vom 13. zum 29. Juni besichtigen. An dem Freitag kann man diese aber bis 22:00 Uhr besichtigen. Ab 18:00 Uhr wird man den Gesängen vom Chor des St. Spiritus lauschen können, welche zum Jubiläum eine Auswahl von Liedern aus vielen Jahrhunderten vortragen werden. Bei den siebenhundertfünfzig Jahren Geschichte sollte die potentielle Musikauswahl dementsprechend groß sein.

Der Vormittag das Tages wird fast ganz vom Puppentheater dominiert werden, denn um 10:00 Uhr gastieren Doris und Uli Schlott mit Puppentheater mit dem Stück Rotkäppchen. Die Aufführung des Märchen nach den Gebrüdern Grimm richtet sich nach eigenen Aussagen schon an Kinder ab drei Jahren und dauert in etwa fünfzig Minuten. Das Puppenschauspieler-Ehepaar, was sich einst am Staatlichen Puppentheater in Wismar kennenlernte, wo Doris Schlott damals als Intendantin des Theaters und Uli Schlott als Schauspieler arbeitete, machten sich schon im Jahre 1986 mit ihrem eigenen Puppentheater selbstständig. Wer die durchaus markante Gesichtsbehaarung des Hauptdarstellers gesehen hat, der kann sich vieleicht schon von alleine denken können, warum das Puppentheater Schlott ihr Märchenstück mit der Aussage bewirbt, dass ihre Großmutter einen Bart hat. Für das Puppentheater und das abendliche Konzert muss man am Tag der offenen Tür trotzdem Eintritt bezahlen. Die Tickets für das Puppentheater kosten übrigens drei Euro pro Person.

Ab 19:30 Uhr gibt es mit der Dresdener Formation Strömkarlen ein Konzert mit skandinavischer und irischer Folkmusik zu hören. Das Trio um den aus dem nordschwedischen Luleå stammenden Stefan Johansson nannte ihre Band nach dem in Schweden beheimateten Wassergeist Strömkarl, welcher der Legende nach mit schönem Gesang, dazu eine Harfe oder Fiedel spielend, die am Ufer entlangwandernden Leute mit seiner Musik verzaubert und in sein Wasserreich lockt. Ganz in der Art und Weise ihres namentlichen Vorbildes versuchen die drei Musiker von Strömkarlen das Publikum mit in den Ursprungsländern poulären traditionellen Liedern zu verzaubern, wobei der Teil mit dem Wasser ausfällt. Hierfür spielen sie neben gewöhnlichen Instrumenten wie Contabass, Gitarre oder Geige, auch einige traditionelle Instrumente aus Skandinavien und Irland wie beispielsweise Bodhrán oder Tin Whistle. Der Eintritt für dieses Konzert kostet neun beziehungsweise ermäßigt acht Euro.

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Termin

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15. Juni 2012
10:00 Uhr – Puppentheater
16:00 Uhr – Führung durch das Haus
17:00 Uhr – Führung durch das Haus
18:00 Uhr – Konzert mit dem Chor vom St. Spiritus
19:30 Uhr – Konzert mit Strömkarlen
Sozio-kulturelles Zentrum St. Spiritus