Sommerfest der Museumswerft 2013

Museumswerft Greifswald
Museumswerft Greifswald

Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale? Dieses Jahr wird es am Tag des offenen Denkmals um Baudenkmale gehen, die den heutigen Generationen nicht unbedingt am Herzen liegen, zu sehr sind diese politisch oder anderweitig belastet, als dass diese von der Mehrheit als erhaltenswert angesehen werden würde. Zu den Objekten, welche für gewöhnlich nicht als erhaltenswert eingestuft werden, sind beispielsweise Fabrikhallen und Werkstätten, die nach einer entsprechenden Nutzungszeit abgerissen und dann durch einen eventuellen Neubau ersetzt werden. So ist es nicht verwunderlich, dass recht wenige Zeugnisse der industriellen Entwicklung in Deutschland erhalten geblieben sind. Eines dieser Beispiele ist die Greifswalder Museumswerft, deren Schiffbauhalle und Slipanlage im Jahre 1935 errichtet wurden. Hätten sich Anfang der 90ér Jahre nicht der Museumshafen Greifswald e.V. gegründet, welcher sich für den Erhalt der Gebäude und späteren Weiternutzung als Museumswerft eingesetzt hätte, wäre die Buchholzsche Werft Geschichte und Greifswald hätte ein unbequemes Denkmal weniger.

Anzeige

Dementsprechend steht die Geschichte und Zukunft der Werft im Fokus der OpenWerft, welche am Tag des offenen Denkmals allen interessierten Gästen offensteht. Ab 11:00 Uhr können nicht nur die historische Bootsbauwerkstatt besichtigt werden, sondern auch gleich die fünf Schiffe, welche vor der Museumswerft ankern. Dazu gehört der Schoner Ruden, der einst als Messboot für die Raketenversuche von Wernher von Braun vor Peenemünde diente, die beiden dänische Haikutter Nordwind und Iona, der Kutter Seefuchs sowie der ehemalige Fracht-Logger Lovis, der zu den in der Existenz als Traditionssegler bedrohten Schiffen gehört. Hintergrundinformationen über die Werft bekommt man bei der Führung um 12:00 Uhr, Informationen über die Seefahrt im Allgemeinen beim Vortrag von Christian Peplow, der sich bei seinem Vortrag mit allerlei Skurrilem aus der Schifffahrtsgeschichte beschäftigt, sowie die Zukunft der Traditionsschifffahrt mit der sich die Crew des Bildungslogger Lovis auseinandersetzt.

Einblicke in die auf der Museumswerft anzutreffenden Handwerke kann man ab 15:00 Uhr bekommen, wenn das Planken, Kalfatern und Stümen vorgeführt wird. Eine Stunde später können dann die Besucher beim Slippen des 1934 in Freest gebauten Zeesenbootes Elisabeth die historische Slipanlage in Aktion erleben, mit welcher die Boote aus dem Wasser geholt werden, damit sie in der Werft repariert werden können. Da auch die Segel der Schiffe vor Ort repariert werden können, dürfte die um 18:00 Uhr stadtfindende Führung in der Segelmacherei weitere Einblicke in die Arbeit der Museumswerft ermöglichen. Den Abschluss des Programms der diesjährigen OpenWerft bildet die von Herbert Ballmann verfilmte Erzählung Das geheimnisvolle Wrack von Kurt Bortfeldt aus dem Jahr 1954, die auf der Insel Rügen entstand.

Termin
8. September 2013
11:00 Uhr
Museumswerft

Programm
12:00 Uhr – Geschichte, Gegenwart & Zukunft der Werft
13:00 Uhr – kleine Hafenrundfahrt
14:00 Uhr – Von der Not mit der Notdurft bis zum Holzfleisch an Bord
15:00 Uhr – Planken, Kalfatern, Stümen
16:00 Uhr – Slippen der Zeese Elisabeth
17:00 Uhr – Traditionsschifffahrt vor dem Aus?
18:00 Uhr – The Spirit of Frau Schulz
20:00 Uhr – Das geheimnisvolle Wrack