Die Eckigen – Orpheus – Schau mich an

Theater Stralsund
Theater Stralsund

Die Sagenwelt der alten Griechen ist immer für eine Theateraufführung gut, dementsprechend haben auch Die Eckigen einmal geschaut, welchen antiken Stoff sie auf die Bühne bringen können. Die Wahl fiel auf die Geschichte einer der der schillerndsten Persönlichkeiten der Antike, der eines Sängers welcher mit seinem Gesang heutzutage wohl alle Plätze der Hitparade allein belegen würde. Die Rede ist von keinem Geringeren als Orpheus, der als Sohn der Muse Kalliope sein Talent quasi in die Wiege gelegt wurde. Mit dem Klang der ihm von seinem Vater Apollo geschenkten Lyra, welcher dieser einst von Hermes im Tausch gegen die von ihm gestohlenen Ringer erhielt, und seinenem göttlichen Gesang zog er nicht nur die Menschen in seinen Bann, sondern auch Tiere und Ungeheuer, wie beispielsweise die Sirenen oder den Drachen der in der Argonautensage das goldene Vlies bewachte. Verheiratet war er mit der Eurydike, die er über alles liebte, und zwar so sehr, dass er sie durch seine Liebe verlieren sollte.

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Eigentlich verlor er sie zweimal, denn schon kurz nach ihrer Hochzeit sollte ein tödlicher Schlangenbiss ihr beider Glück zerstören. Orpheus will sich aber nicht mit seinem Schicksal abfinden und beschließt hinab in den Hades zu steigen, um seine geliebte Eurydike zurückzuholen. An dieser Stelle kommt sein musikalisches Talent zum Tragen, mit das er Hades und seine Frau Persephone überzeugen kann, ihm eine Chance zu geben, schließlich hatte Hades seine Frau einst auch aus Liebe in die Unterwelt entführt. Die von Hades gestellte Bedingung, sich bis zum Verlassen der Unterwelt nicht umzuschauen erschien leicht, nur war sie es nicht. Als Tote sollte Eurydike nur einen Schatten werfen, kein Schritt, kein Atem, keine Gewissheit dass sie ihm folgt. Ein prüfender Blick zurück und Eurydike verschwindet für immer in der Unterwelt. Aus zu großer Liebe hat er seine einzige Chance vertan, eine Weitere wird er von Hades nicht bekommen.

Ein Blick der aus Liebe tötete kommt zwar nur in der Mythologie vor, aber auch im realen Leben sind Blicke nicht immer freundlich, sondern können verletzend sein. Mit der Thematik der Blicke beschäftigt sich Regisseur Franz Triebenecker, in dem er bei dieser Inszenierung seine Ensemblemitglieder sich gegenseitig neu begreifen lassen möchte. Für Orpheus – Schau mich an gibt es laut Aussagen vom Theater NichtsNutz wieder eine Zusammenarbeit mit in Berlin beheimateten italienischen Komponisten Luca Carbonaro, dessen Werke den passenden musikalischen Rahmen für das Theaterstück geben sollen, für deren Aufführung übrigens einige Mitglieder des Greifswalder UniversitätsSinfonieOrchesters gewonnen werden konnten. Die Theatermachen versprechen ihren Besuchern ein Stück, das in der Tradition der Geschichte steht, letztendlich aber ganz aus den Darstellern kommen soll.

Premiere
4. September 2013
19:30 Uhr Theater Stralsund