Bauarbeiten an der Wiecker Brücke – ein neuer Poller kommt

Wiecker Brücke

Wiecker Brücke


Er ist Italiener, bringt achthundert Kilogramm auf die Waage und soll in Zukunft das unerlaubte Überfahren der Wiecker Brücke verhindern. Die Rede ist vom neuen Poller, der das unbefugte Befahren der historischen Zugbrücke verhindern soll. Nachdem am 17. August 2011 eine neue Polleranlage in Betrieb genommen wurde, dauerte es nur ein paar Stunden, bis diese durch einen Unfall beschädigt wurde. Seit diesem Tag sollten nach Aussagen der Stadtverwaltung insgesamt neunundzwanzig Unfälle gezählt werden, durch welche diese Polleranlage beschädigt wurde. Im Vergleich zur neuen Anlage war der alte Poller ein Zwerg. Gewichtsmäßig hatte er mit achtzig Kilogramm nur zehn Prozent der Masse vorzuweisen, der von ihm ausgehaltene Anprallwiderstand von vierhundertfünfzig Kilogramm bei einer Geschwindigkeit von 10 km/h sollte seinen wirklichen Nutzen auf dekorative Zwecke beschränken, denn sogar mit einem Smart, welcher offiziell ein Leergewicht von achthundertfünf Kilogramm vorzuweisen hat, konnte man ohne Probleme die alte Polleranlage außer Gefecht setzen.

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So blieb für die Stadtverwaltung nur die Möglichkeit, die Wiecker Brücke für den Autoverkehr zu sperren, was wohl heftigste Proteste in den betroffenen Ortsteilen Wieck und Ladebow hervorgerufen hätte, oder tief in die Kasse zu greifen und das Geld in eine der besten Anlagen zu investieren, welche es derzeitig auf dem Markt gibt. Die Wahl fiel auf die Serie ONE der Firma Urbaco, die zur italienischen Came Group gehört. Diese gehört nach eigenen Aussagen zu den Marktführern im Bereich der Antriebstechnik für Tore sowie Parkplatz-, Zufahrts- und Zutrittskontrolle und hat zahlreiche prominente Kunden vorzuweisen. Die Sicherheitspoller der Serie ONE von Urbaco dienen unter anderem zum Schutz zahlreicher Botschaften, Banken und sogar des Pentagon in Washington DC. Was für das amerikanische Verteidigungsministerium gut genug ist, sollte eigentlich auch für den Schutz der Wiecker Brücke reichen. Im Gegensatz zum Pentagon und den Botschaften, wo die ONE 50 im Einsatz ist, hat sich die Greifswalder Stadtverwaltung für die kleinere Anlage ONE 30 entschieden.

Die ONE 30 hält nach Angaben Herstellers einen Anprallwiderstand von 6,8 Tonnen bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h aus und benötigt nur fünf Sekunden für das Hochfahren beziehungsweise das Versenken. Auf die bei diesen Sicherheitspollern optional verfügbare Emergency Fast Operation, welche ein Hochfahren in anderthalb Sekunden ermöglicht, dürfte die Stadtverwaltung wohl verzichtet haben, dafür berücksichtigte sie einige der häufigsten Unfallursachen bei der Konzipierung der neuen Polleranlage. Einer der häufigsten Unfallursachen war das Hintereinanderfahren von Fahrzeugen, was nun durch das Verlegen von hintereinandergeschalteten Kontaktschleifen verhindert werden soll. Auch das missbräuchliche Verwenden der Chips soll durch den Einbau einer Wiederholungssperre verhindert werden. Zudem wird die Anzahl der vorhandenen Ampeln erhöht, durch welche das unerlaubte Befahren der Brücke verhindert werden soll. Die für die Installation der neuen Polleranlage notwendigen Tiefbauarbeiten werden nach Angaben der Stadtverwaltung in der Zeit vom 15. April bis etwa 10. Mai 2013 durch die Greifswalder Innovent GmbH ausgeführt. Während der Bauarbeiten wird die Wiecker Brücke für den Autoverkehr gesperrt sein, zu Fuß oder mit dem Rad soll die Baustelle aber passiert werden können.

Termin

15. April10. Mai 2013


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