15 Jahre BallettVorpommern – Ehrung für Sabrina Sadowska

Sabrina Sadowska
Sabrina Sadowska

Auf dass alle Bürger tanzen und glücklich werden. Mit diesen Wünschen beendete Sabrina Sadowska ihren Eintrag ins Ehrenbuch der Universitäts- und Hansestadt Greifswald, mit dem ihre langjährige Arbeit für das BallettVorpommern gewürdigt wurde. Die Fotografien der gleichzeitig eröffneten Ausstellung 15 Jahre BallettVorpommern halten zwar die Ergebnisse des kreativen Schaffens fest, wie schwer diese Arbeit in all den Jahren zu realisieren war, erfährt man aber nur aus den Anekdoten, welche gern und oft erzählt werden. Als Ralf Dörnen und Sabrina Sadowska nach Greifswald kamen, fanden sie ein Ballettensemble vor, welches in künstlerischer Hinsicht vernachlässigt war, das Interesse des vorpommerschen Publikums fiel dementsprechend niedrig aus. Cinderella sollte 1997 das erste abendfüllende Ballett des Ensembles werden, Der Nussknacker zwei Jahre später der Publikumsrenner. Blieben viele Sitzplätze anfangs noch leer, füllten diese sich mit den Jahren.

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Durch das Wirken der beiden kreativen Köpfe des Ensembles entwickelte sich das Ballett zu der wohl mit am wirtschaftlichsten arbeitenden Sparte des Theater Vorpommern, welche es zudem vermag, sich ihr eigenes Publikum zu erschaffen. Als ausgebildete Ballettpädagogin hat Sabrina Sadowska bei den Schultanzprojekten, welche sie in den letzten Jahren zusammen mit den Schülerinnen und Schülern des Greifswalder Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums inszenierte, auch ihr pädagogisches Talent bewiesen. Aus Kindern und Jugendlichen, die dem Ballett anfangs noch neutral oder sogar ablehnend gegenüberstanden, wurde im Laufe der Wochen ein Laienensemble, was am Ende mächtig stolz auf die gemeinsame Leistung war. Auch viele der Stammgäste gehörten eigentlich zu denjenigen Leuten, die mit Ballett und zeitgenössischem Tanz etwas anfangen konnten. Wenn man mit den üblichen Verdächtigen spricht, und davon gibt es bei den Ballettaufführungen eine Menge, sind diese eigentlich nur durch die hohe Qualität der gebotenen Leistungen des BallettVorpommern, so wurde beispielsweise das Ballett Endstation Sehnsucht im Jahre 2009 für den Theaterpreises Der Faust nominiert, der Leidenschaft für den Tanz verfallen.

Eng mit dem Namen Sabrina Sadowska ist auch das Festival für zeitgenössischen Tanz Tanztendenzen verbunden, für dessen Organisation sie sich verantwortlich zeichnet. Dieses übrigens auch in der Zukunft, denn trotz ihres neuen Engagements im Theater Chemnitz, als Ballettmeisterin und Ballettbetriebsdirektorin unter Chefchoreograph Reiner Feistel, wird sie dieses Festival aber weiterhin leiten und dadurch dem vorpommerschen Publikum zumindest in gewisser Weise erhalten bleiben. Das Theater Trier, das Stadttheater Bremerhaven und Opernhaus Halle waren einige Stationen in ihrer Karriere, aber in keinem anderen Theater hat sie so große Fußabdrücke hinterlassen, wie auf den Bühnen von Greifswald, Stralsund und Putbus. Dass der Abschied auch etwas mit der aktuellen Theaterstrukturreform in Mecklenburg-Vorpommern zu tun hat, ist ein offenes Geheimnis. Entsprechend mahnend fiel ihre Ansprache aus, welche die anwesenden Gäste der Vernissage dazu aufforderte, um den Erhalt der hiesigen Kulturlandschaft zu kämpfen. Die Ausstellung 15 Jahre BallettVorpommern kann übrigens noch bis zum 16. Juli in der Greifswalder Rathausgalerie besichtigt werden.