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-5- -4- 3 aus 22 … und das Greifswalder Personalkarussell dreht sich weiter

Rathaus Greifswald
Rathaus Greifswald

Bekanntlich war dem Weggang von Jörg Hochheim der Posten des Greifswalder Bausenators vakant, so dass diese Stelle wieder öffentlich ausgeschrieben werden musste. Auf die Stellenanzeige der Stadt, die auf der eigenen Internetpräsenz, der überregionalen Ausgabe der Ostsee-Zeitung und dem von der Deutsche Telekom AG betriebenen Internetportal interamt.de beworben wurde. Nur gibt es allein in Mecklenburg-Vorpommern mehrere Tageszeitungen, so dass nicht einmal das Potenzial des eigenen Bundeslandes entdeckt werden konnte, so dass die Ausbeute an Bewerbungen recht überschaubar lieb, denn nach dem Ende der Bewerbungsfrist, der am 12. Januar 2017 war, lagen der Universitäts- und Hansestadt Greifswald gerade einmal zweiundzwanzig Bewerbungen vor.

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Aus diesen konnten die in der Greifswalder Bürgerschaft vertretenden Fraktionen und Zählgemeinschaften die eingegangenen Bewerbungsunterlagen sichten und aus diesen die fünf erfolgversprechendsten Kandidaturen auswählen, die sich am vergangenen Montag im nichtöffentlichen Teil der Hauptausschusssitzung konnten. Aus den fünf Kandidaturen wurden einen Tag vor der Sitzung vier, wovon ein weiterer Kandidat ein paar Tage später ebenfalls seine Kandidatur zurückzog, so dass sich das so schon überschaubare Bewerberfeld deutlich verringerte und der Tagesordnungspunkt der am 3. April 2017 angesetzten Sitzung nun noch etwas weniger Spannung und Unterhaltungswert für das Publikum verspricht. Zumindest dürfte es an diesem Tag höchstens zu zwei Wahlgängen kommen, aber auch nur dann, falls es im ersten Wahlgang noch zu keiner Mehrheit kommen sollte.

Da übriggebliebene Bewerberfeld hat keine wirklichen Überraschungen zu bieten, denn von denjenigen Leuten, die ihren Hut in den Ring der Greifswalder Kommunalpolitik geworfen haben, wurde die Kandidatur schon medienwirksam verbreitet. Ironischerweise sogar in alphabetischer Reihenfolge der Nachnamen, denn nachdem Dr. Andreas Kerath als Erster sein Interesse in diesem Posten bekundete, folgte ihm Gamal Khalil und später Jeannette von Busse. Die ersten beiden Kandidaten dürften in Greifswald den größten Bekanntheitsgrad haben, Dr. Andreas Kerath als Vorsitzender der SPD-Fraktion und Bändiger der sogenannten Elefantenrunde und Gamal Khalil als einer der Vorsitzenden des Integration Erwachsener, Jugendlicher und Kinder mit Migrationshintergrund Vorpommern-Greifswald e.V. (INTEG) und Mitglieder der Bürgerliste Greifswald. Jeannette von Busse ist als Kreistagsmitglied für die CDU und Bürgermeisterin von Krummin auf der Insel Usedom, zumindest in der Region Vorpommern verwurzelt.

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Wer es auch immer werden sollte, Dr. Andreas Kerath gilt zumindest als Favorit bei dieser Wahl, erhält in den siebeneinhalb Jahren Amtszeit nicht nur das zweitschönste Büro im Greifswalder Rathaus, inklusive den Blick auf den zumindest im der wärmeren Jahreszeit sehr belebten Fischmarkt, einer nach der Kommunalbesoldungslandesverordnung (KomBesLVO M-V) Einstufung in die Besoldungsgruppe B 3, was in Geld ausgedrückt derzeitig 8069.25 € im Monat sein dürften, einer zusätzlichen monatlichen Aufwandsentschädigung in Höhe von 115.00 Euro und den Sitzplatz zwischen Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder und seiner zweiten Stellvertreterin Sandra Schlegel, inklusive den Blick auf das zumeist recht überschaubare Auditorium des Bürgerschaftssaals.

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Bei der Sitzung am 3. April könnte das Publikum in diesem Raum aber wieder deutlich größer werden, denn derzeitig liegen schon zwei Anträge vor, welche sich mit Ernst Moritz Arndt und der Beziehung der Stadt und der Universität beschäftigen. Wer der Wahl beiwohnen möchte, muss daher rechtzeitig anwesend sein, um einen der wenigen Sitzplätze zu bekommen. Da alle drei Kandidaturen eine juristische Ausbildung vorzuweisen haben, dürfte auch eine Einschätzung der Kompetenz einfach gewesen sein. Am 3. April sind wir dann alle wieder etwas schlauer … also entweder wird Dr. Andreas Kerath, Gamal Khalil oder Jeannette von Busse in die Kamera von Peter Binder lächeln.