Übersicht über große Bauprojekte der Stadt Greifswald 2021

(UHGW) In Greifswald werden in diesem Jahr neben zahlreichen kleineren Bauprojekten, auch folgende große weitergeführt, begonnen oder zum Abschluss gebracht. Dazu teilt Bausenatorin Jeannette von Busse mit: „Für das bislang größte Bauprojekt der Stadt, das Zentrum für Life Science und Plasmatechnologie, konnte im November die Richtkrone gesetzt werden. Hier läuft derzeit der Innenausbau auf Hochtouren. Das neue Stadtarchiv in der Straße An den Wurthen wurde im Sommer fertiggestellt. Seit November erfolgt der schrittweise Umzug der Archivalien. Die Bürgerinnen und Bürger können das neue Stadtarchiv ab dem Frühjahr 2021 nutzen. Ein genauer Zeitpunkt wird noch bekannt gegeben. Auch bei den Schulen und Kitas wurden und werden zahlreiche Vorhaben umgesetzt. Im Oktober wurde der Ersatzneubau für die Kita „Zwergenland“ seinen begeisterten Nutzern übergeben. Anfang 2021 folgt die Übergabe der neuen baugleichen Kita am Ernst-Thälmann-Ring, die dann den Namen „Tausend Farben“ trägt. Zum Herbst konnte die Gebäudesanierung der Ernst-Moritz-Arndt-Schule abgeschlossen werden. Bis zum Frühjahr wird nun noch die Kleinsportfläche im Außenbereich saniert. Gründlich saniert wird derzeit auch das Dachgeschoss der Stadtbibliothek Hans Fallada. Die Arbeiten zur Schadstoffsanierung und zur Erneuerung des Dachs dauern voraussichtlich noch bis zum Frühjahr an.“

Die Baumaßnahmen im Einzelnen:

Zentrum für Life Science und Plasmatechnologie

Es ist eines der anspruchsvollsten Bauvorhaben Greifswalds. Rund 38 Millionen Euro investiert Greifswald mit Unterstützung des Landes in den Bau. Am 4. Februar 2020 wurde im Beisein von MdB Dr. Angela Merkel sowie des Wirtschaftsministers von Mecklenburg-Vorpommern, Harry Glawe, bei einem großen Festakt der Grundstein gelegt. Am 6. November 2020 wurde der Richtkranz aufgezogen – aufgrund der Corona-Einschränkungen diesmal nur im Beisein der anwesenden Bauarbeiter. Der fünfgeschossige Betonrohbau im Innenhof zwischen dem BioTechnikum und dem INP ist fertig gestellt. Ein Großteil der Fenster ist eingesetzt sowie die Pfosten-Riegelfassade im Innenhof errichtet, auch die Arbeiten für Heizung, Sanitär, Lüftung und Elektro sind in vollem Gange. Die Fassadenbauer bringen derzeit die Wärmedämmung an der Außenwand an. Im Inneren sind die Putzer und der Estrichleger aktiv und auf dem Dach die Dachdecker. Im November konnte der Aufbau des Stahlbaues der Technikzentrale auf dem Dach abgeschlossen werden. Nach derzeitigem Stand wird mit der Fertigstellung und Inbetriebnahme des Zentrums unter Regie der WITENO GmbH im 2. Quartal 2022 gerechnet. In dem Forschungs-, Dienstleistungs- und Gründerzentrum sollen etwa 240 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Stadtarchiv

Die Bauarbeiten für das neue Stadtarchiv in der Straße An den Wurthen konnten im Sommer 2020 abgeschlossen werden. Nachdem die notendigen raumklimatischen Bedingungen erreicht waren, begann im November der schrittweise Umzug der Archivalien. Dieser soll im Frühjahr vollzogen sein, dann folgen auch der Umzug der Mitarbeitenden und die Eröffnung für alle Nutzerinnen und Nutzer. Besucher und Mitarbeiter können sich auf ein modernes und nachhaltig gebautes Gebäude freuen, das ebenso Möglichkeiten für Veranstaltungen bietet. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 8 Millionen Euro. Das Land unterstützt den Bau mit 3,67 Millionen Euro aus Städtebaufördermitteln. Die Landesregierung will das Pommersche Landesarchiv ebenfalls an diesem Standort unterbringen. Die Gespräche zur konkreten Umsetzung laufen.

Ernst-Moritz-Arndt-Schule und Außenanlagen

Seit dem Herbst können die Schülerinnen und Schüler sowie die Pädagogen ihr grundlegend saniertes Schulgebäude wieder komplett nutzen. Bis zum Frühjahr soll nun auch die Kleinsportfläche wieder hergerichtet werden. Auf einem Teil standen die Container, die während der Bauzeit als Übergangslösung für Klassenräume genutzt wurden. Die Gesamtkosten für die Sanierung beliefen sich auf rund 6,5 Millionen Euro, davon werden 3,78 Millionen Euro über Städtebaufördermittel finanziert.

Radstation in der Nähe des Bahnhofs

Die Radstation hinter dem Einkaufszentrum Gleis 4 steht kurz vor der Eröffnung. Die vorgefertigten drei Module wurden bereits montiert. In zweien stehen Doppelstock-Fahrradparker für insgesamt 96 Fahrräder zur Verfügung. Darüber hinaus sind zusätzliche Stellflächen für Liegeräder, Tandems, Lastenräder oder Fahrradanhänger vorgesehen. In einem dritten Modul sind 20 einzeln verschließbare Doppelstock-Fahrradboxen für insgesamt 40 Fahrräder untergebracht. Die Kosten belaufen sich auf rund 435.000 Euro. Das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung fördert das Projekt zu 75 Prozent aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung speziell für den ÖPNV.

Kita Marschak

Baugleich wie der Ersatzneubau für die Kita Zwergenland wird gegenwärtig auch die Kita Samuil Marschak in Schönwalde II neu gebaut. Sie wird künftig „1000 Farben“ heißen und voraussichtlich Anfang kommenden Jahres übergeben. Das Land unterstützt den Neubau der Kita Marschak mit Städtebaufördermitteln in Höhe von 2,27 Millionen Euro, hinzu kommt eine Sonderbedarfszuweisung von einer Million Euro.

Baugleiche Neubauten für Sporthallen II und III

Ebenfalls baugleich sollen die Neubauten für die Sporthallen II und III am Humboldt-Gymnasium sowie an der Erwin-Fischer-Schule errichtet werden. 2020 begannen hierfür die Planungen. Noch in diesem Jahr soll die Entwurfsplanung vorliegen und der Bauantrag gestellt werden. Dies ist notwendig, damit die entsprechenden Fördermittel beantragt werden können. Noch ist die Kostenschätzung nicht abgeschlossen. Beide sollen mit Hilfe von Städtebaufördermitteln finanziert werden. In Abstimmung mit dem Stadtsportbund und dem Sportausschuss sollen die Funktionsbauten für den Schul- und Vereinssport so gestaltet sein, dass die Hallen jeweils 3-geteilt werden können. Hinzu kommen eine Tribüne sowie ein Fitnessraum. Mit dem Bau könnte voraussichtlich 2022 begonnen werden.

Schulzentrum am Ellernholzteich

Das Gelände für das geplante Inklusive Schulzentrum auf dem Areal des B-Plans 114 entlang der Osnabrücker Straße und der Verlängerten Scharnhorststraße wird seit Dezember beräumt. Hier standen bislang die Parzellen der Kleintierzüchter. Sämtliche bauliche Anlagen wie Lauben, Schuppen, Ställe und Zwinger samt Fundamente werden abgebrochen. Diese Arbeiten sollen bis Ende Februar abgeschlossen sein. Parallel dazu werden die Planungsleistungen europaweit ausgeschrieben. Anhand des ersten Vorentwurfs können dann die Kosten besser geschätzt und weitere Fördermittel eingeworben werden. Das geplante Schulzentrum am Ellernholzteich soll aus einer 3-zügigen Grundschule, 3- zügiger Orientierungsstufe, 2 ½- zügiger Regionalschule, Hort, 3-geteilte Sporthalle und den entsprechenden Außenanlagen für Schule, Hort und Sport bestehen. Der Zeitplan sieht die Fertigstellung des Grundschulteils 2024, sowie des Regionalschulteils Mitte 2025 vor. Die Baukosten werden für den Grundschulteil mit Sporthalle und Außenanlagen auf ca. 29 Millionen Euro und für den Regionalschulteil auf ca. 19 Millionen Euro prognostiziert.

Sanierung Theater

Die Bürgerschaft hatte sich im Oktober in einem Grundsatzbeschluss für die Sanierung des Haupthauses ausgesprochen und dafür, dass der aus den 50er Jahren stammende Anbau durch einen Neubau ersetzt werden kann. Damit kann nun ab Januar in die Entwurfsplanung eingestiegen werden. Der Kostenrahmen für die dringend notwendige Generalsanierung wird auf 45 bis 50 Millionen Euro geschätzt. Die Verwaltung wurde beauftragt, hierfür entsprechende Fördermöglichkeiten zu prüfen.

Abschließend ergänzt Jeannette von Busse, 1. Stellvertreterin des Oberbürgermeisters: „Ich bin sehr zufrieden über das Vorankommen bei den laufenden und abzuschließenden sowie auch den neu zu beginnenden Hochbaumaßnahmen. Wegen dieser notwendigen und wichtigen Hochbaumaßnahmen werden durch die engagierten Mitarbeiter der Stadtverwaltung damit im Jahr 2021 Projekte verantwortet, welche allein für die vorstehend genannten ein Baukostenvolumen in der Höhe von bis zu 170 Millionen Euro ausmachen. Dies ist einerseits positiv für lokale und regionale Firmen und Handwerksbetriebe. Ein Großteil der Bauaufträge der Stadt Greifswald bleibt nämlich in der Region und Mecklenburg-Vorpommern. Gleichzeitig zeigt diese Summe aber auch die Herausforderung für den städtischen Haushalt, der wir mit vorausschauenden Planungen und einer engmaschigen Bau- und Projektüberwachung begegnen“, so die zuständige Baudezernentin weiter.